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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
277
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Seinen beſten Stand hat auch der Roggen nach der Brache. Gute Vorfrüchte ſind: Raps, Rübſen, Tabak, Lein, Bohnen, Erbſen, Wicken, Lupinen, Buchweizen, Spörgel, Hirſe. Auch nach Frühkartoffeln kann auf leichterem Boden Roggen folgen. Stoppelroggen iſt für beſſeren Boden nicht zu empfehlen, wohl aber für leichteren Sandboden, ſofern die Made der Heſſenfliege nicht vorhanden iſt. Roggen nach Gerſte oder Hafer iſt im allgemeinen fehlerhaft; nur nach gedüngter Gerſte darf Roggen folgen.

Bei der Beackerung kommt es darauf an, den Boden locker und mürbe, aber nicht loſe zu machen. Die letzte Furche drei Wochen vor der Saat, damit das Land Zeit hat, ſich zu ſetzen.

Die Beackerung zu Sommerroggen wird im Herbſt vollführt; im Frühjahr iſt das Pflügen nur auf verſchlämmtem Boden rätlich. Im übrigen vergl. S. 166.

Saatzeit. Die alte Regel:S Tage vor, 8 Tage nach Michaeli iſt die beſte Saatzeit gilt auch für den Roggen. Staudenroggen früh. Trockenes Wetter zur Saat, namentlich auf ſchwerem Boden. Sommerroggen früh: Februar, März, Anfang April.

Saatmethode. Auch bei Roggen iſt die Drillſaat vorzuziehen.

Entfernung der Reihen: 1012 em, wenn nicht gehackt werden ſoll; im anderen Fall 20 cm.

Tiefe der Unterbringung: 2 em für gewöhnlich.Der Roggen will den Himmel ſehen. Bei leichtem, trockenem Boden 56 cm; auf ſehr leichtem Sand höchſtens 8 cm.

Saatquantum. 2,0 2,6, im Mittel 2,2 hl bei Breitſaat pro ha.

1,4 2,2, im Mittel 1,8 hl bei Drillſaat.

Nur bei ſehr früh beſtelltem Staudenroggen darf man mit dem Saatquantum unter das angegebene Minimum herabgehen. Vorſtehende Zahlen gelten für Winterroggen. Sommerroggen ſäet man etwas ſtärker.

Pflege. Auch bei dem Roggen empfiehlt es ſich, den Boden zwiſchen den Drillreihen durch Behacken im Herbſt rauh zu machen. Vergl. S. 267.

Das Eggen im Frühjahr iſt zu vermeiden. Dagegen iſt das Walzen, namentlich auf aufziehendem Boden, ſehr vorteilhaft.

Das Überdüngen der Saat im Frühjahr mit Chiliſalpeter hat ſich bei dem Roggen nicht bewährt.

Schädliche Pflanzen und Tiere ſ. S. 199.

Ernte ſ. S. 140 und 228.

Ertrag. Nach der S. 269 angegebenen Quelle wird im Preußiſchen Staat eine Mittelernte an Roggen pro ha angenommen: