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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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Der Spelz, Triticum Spelta.

Der Hauptſitz des Spelzbaus iſt Württemberg und die Schweiz. Hier ſieht man dieſe, in Norddeutſchland unbekannte oder wenigſtens ungebräuchliche Kornart immer noch häufig kultiviert, doch iſt ihr Anbau in den letzten Jahrzehnten zu gunſten des Weizens(und der Futter⸗ gewächſe) eingeſchränkt worden und wahrſcheinlich wird er mit der Zeit noch mehr zurückgehen, da der Spelz vor dem Weizen doch nur unter⸗ geordnete und lokale Vorzüge beſitzt.

Man findet in der Literatur oft die Behauptung aufgeſtellt, daß der Spelz ſich nicht ſo leicht lagert, wie der Weizen. Schwerz, der in Hohenheim die beſte Gelegenheit hatte, den Spelz mit dem Weizen zu vergleichen, will von dieſem angeblichen Vorzuge, den er nur für den Emmer anerkennt, in bezug auf den Spelz durchaus nichts wiſſen; er ſagt:Die Gefahr, ſich zu lagern, iſt gegenteils beim Dinkel ſo gewöhn⸗ lich, daß nicht leicht ein Jahr iſt, in welchem er demſelben nicht ausge ſetzt wäre; daher man ihn auch in der Regel alljährlich ſchröpft. Ich muß nun allerdings geſtehen, daß ich in der Schweiz öfter gelagerte Weizen⸗-, als Spelzfelder geſehen habe. Aber dies kann zum Teil darin begründet ſein, daß dem Spelz das magere, dem Weizen das fettere Land zugewieſen, und daß ferner der Veſen ſo nennt man die in den Ährchen ſteckende Saatfrucht bei der faſt allgemein üblichen Handſaat nicht ſo leicht überſäet wird, wie man denn auch gewöhnlich den Be⸗ ſtand auf den Spelzfeldern weniger dicht findet, als auf den Weizen⸗ feldern. Immerhin iſt nicht in Abrede zu ſtellen, auch Schwerz gibt dies zu, daß der Spelz einſteifes Stroh hat. Andererſeits iſt es aber nicht im geringſten zweifelhaft, daß es unter den Nacktweizen und ſpeziell auch unter den gemeinen Weizen mehrere Sorten gibt, welche es in bezug auf die Widerſtandsfähigkeit gegen das Lagern völlig mit dem Spelz aufnehmen.

Ungefähr ebenſo verhält es ſich mit der Widerſtandsfähigkeit gegen Roſt. Ich habe mehr als einmal den Weizen im höchſten Grade roſtig geſehen, während der dicht danebenſtehende Spelz faſt völlig roſtfrei war. Genau dasſelbe findet man aber auch bei verſchiedenen Weizenſorten(zu Triticum vulgare gehörig), ſo daß auch in dieſer Beziehung dem Spelz ein durchgreifender Vorzug nicht zugeſchrieben werden kann.

Was die Widerſtandsfähigkeit gegen Brand betrifft, ſo vertritt Schwerz die Anſicht, daß dieſe Krankheit bei dem Dinkel nicht ſo ge⸗ wöhnlich iſt, als bei dem Weizen. Ich will dies im allgemeinen zu⸗ geben, muß aber doch konſtatieren, daß ich im Juli 1877 in der Um⸗ gegend von Meggen am Vierwaldſtätter See ſämtliche Spelzfelder, die