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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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ich genauer beſichtigte, in ſchauderhafter Weiſe brandig gefunden habe. Hat ſich der Brand alſo einmal eingeniſtet und man thut nichts dagegen, ſo fällt ihm der Spelz gerade ſo gut anheim, wie der Weizen.

Da man es nun ferner nur als einen bedingten Vorzug betrachten kann, daß der Spelz, obſchon er auf richtigem Weizenboden am beſten gedeiht, dennoch einen Boden verträgt, der für Weizen etwas zu leicht oder zu trocken iſt, und daß er ſich mit weniger Dung behilft und weniger alte Kraft erfordert, als der Weizen, ſo bleiben als eigentliche Vorzüge des Spelzes nur übrig, daß er von dem Vogelfraß auf dem Felde wenig oder nichts leidet, daß er bei der Ernte ein ſchnelleres Einfahren gleich hinter der Senſe geſtattet und ſich auch auf dem Schüttboden, weil die Körner von den Spelzen umhüllt ſind, beſſer hält als der Weizen, was für das feuchte Gebirgsklima allerdings von Bedeutung iſt.

Der Nachteil, daß der Spelz vor dem Vermahlengegerbt werden muß, um die Körner von den Spelzen zu befreien, iſt nicht ſehr hoch zu veranſchlagen, denn wo die Mühlen mit der erforderlichen Vorrichtung verſehen ſind, macht das Gerben nur wenig Umſtände.

Bei der Saat benutzt man den Spelz im ungegerbten Zuſtande und muß dementſprechend das Ausſaatquantum ungefähr doppelt ſo ſtark nehmen, als beim Weizen. Man ſäet breitwürfig gewöhnlich 45 hl, zuweilen aber auch 7 und ſelbſt 11 hl Veſen pro ha, bei Drillſaat, die ſelten vorkommt, 3 4 hl pro ha.

Die am meiſten angebauten Sorten ſind der weißährige und

der rotährige Winter⸗Kolbenſpelz, von den allemanniſchen Bauern einfach Weißkorn und Rotkorn genannt. Häufig ſind beide Sorten ge⸗ miſcht, und dies hält man für vorteilhaft.(Analogie mit dem bunt polniſchen Weizen). Beſondere, und zwar weißährige Sorten ſind der Vögeles⸗Dinkel und der Schlegel⸗Dinkel, die ſich beide durch ſtarke Beſtockung auszeichnen, was für den Strohertrag ein Vorteil, für den Körnerertrag eher ein Nachteil iſt. Der Anbau des Spelzes als Sommer⸗ frucht empfiehlt ſich nicht. Will man einen Spelzweizen als Sommerung anbauen, ſo wähle man den Emmer.

Der Ertrag des Spelzes an Körnern oder Veſen iſt auf geringem Boden 25 34 hl pro ha; als mittlerer Ertrag ſind 42 64, als ſehr hoher Ertrag 74 96 hl im Gewicht von 39 45 kg anzunehmen. Der Beſen gibt gegerbt 36 45% reine Körner oder Kernen.

Der Strohertrag fällt gewöhnlich etwas geringer aus als beim Weizen, weil der Spelz meiſt auf geringerem und nicht ſo ſorgfältig zubereitetem Boden angebaut wird; auf gleichem Boden ſtellt ſich der Strohertrag gleich.