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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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Im Durchſchnitt zu 1567 kg Maximum 3400 Minimum 764

Im deutſchen Reiche werden ſich die Zahlen nicht viel anders ſtellen.

In den einzelnen Provinzen differiert der Ertrag beinahe ebenſo ſehr, wie im ganzen Staate. Wir ſtellen nur die Mittelernten von folgenden 5 Provinzen nebeneinander:

Sachſen. Schleswig⸗Holſtein. Poſen. Rheinland. Oſtpreußen.

Durchſchnitt. 1926 1855 1484 1424 1340 Maximum. 3400 3000 2600 2000 2125 Minimum. 800 1100 1200 1000 764

Es überraſcht uns nicht, daß Sachſen und Schleswig-Holſtein im Durchſchnitt und im Maximum obenan ſtehen. Dagegen hätten wir nicht erwartet, daß das geprieſene Rheinland im Durchſchnitt ſowohl wie im Maximum und Minimum von dem kalten Poſen, und im Maximum auch von dem bis nach Memel vorgeſchobenen Oſtpreußen übertroffen wird. Die Zahlen lehren, daß das Klima auch im Oſten des Reiches für den Weizenbau genügt, und ſie lehren ferner, daß der beſte Weizen⸗ boden in Poſen und Oſtpreußen beſſer ſein muß, als im Rheinland. Wir zweifeln auch nicht daran, daß die öſtlichen Provinzen in der Qua⸗ lität des Weizens den weſtlichen überlegen ſind; doch können wir aus Mangel an Raum hierauf nicht näher eingehen.

Das Gewicht des Weizens pro hl beträgt, nach den Angaben von G. Krafft, 7173 kg bei leichter Waare, 7378 kg bei mittelſchwerer und 7888 kg bei ſchwerer Waare.

Der Ertrag an Stroh wechſelt, nach den mir vorliegenden Angaben von G. Krafft und J. Kühn, bei Winterweizen zwiſchen 1800 und 6000 kg, und bei Sommerweizen zwiſchen 1600 und 4000 kg pro ha.

Das Verhältnis des Körnerertrags zum Strohertrag ſchwankt, nach der im Jahre 1884 veröffentlichten Zuſammenſtellung von H. Thiel, bei Winterweizen zwiſchen 49:51 und 20:80, und bei Sommerweizen zwiſchen 52:48 und 27.73. Zieht man das Mittel und rundet man die Zahlen ab, ſo iſt das Verhältnis von Korn: Stroh bei Winter⸗ weizen 1:2, und bei Sommerweizen 2:3. Das Verhältnis 1:2 oder 33:67 bei Winterweizen entſpricht den allgemeinen Erfahrungen; und es mag noch bemerkt werden, daß in der Thiel'ſchen Zuſammenſtellung der ertragreiche Rivett⸗Weizen das Verhältnis 35: 65, und der ebenfalls ertragreiche däniſche Weizen(Shiriff's Square-head) das Verhältnis 33: 67 zeigt. Dieſes Verhältnis ſcheint daher in der That das normale zu ſein.