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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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Auf ſehr reichem Boden neigt er zum Lagern, dagegen paßt er für mittleren Lehm- und Lehmmergelboden. Winterfeſt.

2. Fuchsweizen. S Stammt aus der Wetterau(Wiesbaden). Paßt für Lehmboden und rauhes Gebirgsklima. Winterfeſt. 23. Sandweizen aus Münſter. S Paßt für leichteren, aber feucht gelegenen Boden. Sehr winterfeſt. 24. Ghirka⸗Weizen. O Stammt aus den ſüdruſſiſchen Steppen. In den Nordweſtſtaaten Amerikas unter dem NamenRed Russian ſehr verbreitet. Paßt für reichen Weizenboden. Winterfeſt. 25. Fern⸗ oder Aprilweizen. In Schottland und auch in Deutſchland häufig angebaut, namentlich in der Provinz Sachſen nach Zuckerrüben, alſo als Sommerweizen. 26. Rivetts Grannenweizen. Der ertragsreichſte von allen engliſchen Weizen, aber auch am wenigſten widerſtandsfähig gegen den Winter. Trotzdem in Deutſchland, namentlich in der Provinz Sachſen, viel in Kultur. Auch dieſe Sorte beſtockt ſich nicht beſonders ſtark. Neuer Beweis für die Richtigkeit meiner Anſicht, daß eine normale Getreidepflanze nur wenige Halme entwickeln darf.

Nach dieſer Überſicht wird es dem praktiſchen Landwirt nicht ſchwer werden, für den Fall, daß die bisher angebaute Sorte nicht befriedigt, eine neue Sorte auszuwählen, um ſie mit der alten in Vergleich zu ſtellen. Derartige komperative Verſuche, womöglich mit Maß und Ge⸗ wicht kontroliert und vorerſt im kleinen ausgeführt, ſind überhaupt uner⸗ läßlich, wenn man ſich ein begründetes und richtiges Urteil darüber ver⸗ ſchaffen will, ob die bisher kultivierte Sorte das Maximum leiſtet, was in quantitativer und qualitativer Beziehung unter den gegebenen Verhält⸗ niſſen(Boden, Klima, Düngung, Bearbeitung ꝛc.) gefordert und erreicht werden kann. Nur hüte man ſich vor Einſchleppung gefährlicher Un⸗ kräuter und Krankheiten und ſcheue die Mühe und die Koſten nicht, das fremde Saatgut durch Vermittelung der Samenkontrolſtation auf die Reinheit beſonders von Stein⸗ und Kaulbrand(Anguillulen) unterſuchen zu laſſen, ſofern man die Unterſuchung nicht ſelbſt vornimmt. Das Ein⸗ beizen mit Kupfervitriol ſchützt zwar, wenn es vorſchriftsmäßig ausge führt wird, doch muß von ſeiten der Landwirte feſt und unentwegt darauf hingearbeitet werden, daß ſämtliche Handelswaare frei iſt von Unkräutern und von Krankheitskeimen. Dieſe Forderung gilt ſowol für die ver kaufenden, wie für die kaufenden Landwirte; und es liegt auf der Hand, daß der Samenhändler, der das Geſchäft lediglich vermittelt, ſeinen Ab⸗ nehmern nur dann Garantie für Reinheit der Waaren leiſten kann, wenn die an ihn verkaufenden Landwirte ihm ebenfalls Garantie leiſten. Eine Hand wäſcht die andere und wie man in den Wald hineinruſt, ſo ruft es wieder heraus.