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während er ſich dort, wo die Garben hohl liegen, als flüſſiges Waſſer niederſchlägt und ein Verſchimmeln oder gänzliches Verfaulen veranlaßt. Dergleichen tritt namentlich leicht an denjenigen Stellen ein, wo die Garbenabnehmer(in der Scheune) ſtehen.
Eine weitere praktiſche Regel ſchreibt vor, das Saatgetreide, wo möglich, vor dem Schwitzen auszudreſchen oder, wenn dies nicht durch⸗ führbar, dann mit dem Dreſchen ſo lange zu warten, bis der Schwitz⸗ prozeß beendigt iſt. Das Dreſchen während der Schwitzens verbietet ſich aus dem einfachen Grunde, weil das Getreide feucht iſt. Das Dreſchen vor dem Schwitzen gewährt dagegen den Vorteil, daß die Körner der Erhitzung entzogen werden.—
Die ausgedroſchenen und auf den Speicher gebrachten Körner kommen ebenfalls in's Schwitzen. Der Prozeß wird hier von denſelben Erſcheinungen begleitet, wie bei dem in Garben lagernden Ge⸗ treide: man bemerkt Wärme, Feuchtigkeit und einen eigentüm⸗ lichen Geruch.
Der Geruch zeigt uns an, daß mit dem Waſſer auch noch andere Stoffe fortgehen. Nach der Art des Geruchs zu urteilen, ſind dies flüchtige Ole, die ſich an der Luft in brenzliche Subſtanzen verwandeln.
Außerdem muß Kohlenſäure entweichen, denn die Erwärmung kann nur auf die Weiſe zu ſtande kommen, daß ein Teil der feſten Subſtanz des Kornes verbrennt. Von der Verbrennung wird wahr⸗ ſcheinlich das Stärkemehl am meiſten betroffen, weniger das nur in ge⸗ ringer Menge vorhandene Fett und die Proteinſtoffe.
Bei der praktiſchen Behandlung des auf den Schüttboden gebrachten Getreides kommt es darauf an, die Erwärmung möglichſt zu verhindern und das Verdunſten der Feuchtigkeit künſtlich zu befördern. Beide Zwecke werden erreicht durch flaches Aufſchütten und fleißiges Umſchaufeln.—
Wir haben nun hinzuzufügen, daß die Getreidekörner beim Lagern auf dem Speicher, auch nach dem erſten Schwitzen, fortwährend Sauer⸗ ſtoff aus der Luft aufnehmen und Kohlenſäure abgeben, d. h. langſam verbrennen. Dieſe Verbrennung wird dadurch angeregt und unterſtützt, daß die Subſtanz der Körner hyygroſkopiſch iſt, d. h. die Eigenſchaft beſitzt, die Feuchtigkeit der Luft mit einer gewiſſen Begier an ſich und in ſich hinein zu ziehen. Wir dürfen annehmen, daß die Körner bei feuchter Luft Waſſer einziehen und bei trockener Luft wieder aushauchen.
Nach Verſuchen von A. Muntz) iſt die Kohlenſäureentwicklung um ſo ſtärker, je häufiger die Luft erneuert wird, je feuchter die Körner ſind und je höher die Temperatur iſt. Auf luftigem Getreideboden
*) Landw. Zeitſchrift f. d. Großh. Heſſen 1884, No. 33.


