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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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einfachen Methoden viel Arbeit erſpart werden, iſt das Wetter aber unbeſtändig, ſo machen die umſtändlichen, weil ſicheren Methoden weniger Arbeit, als die einfachen. Die Entſcheidung für die eine oder die andere Methode hängt alſo von dem Klima ab, und da ſich in jeder Gegend durch langjährige Erfahrung die Erntemethode der herrſchenden Ernte⸗ witterung angepaßt hat, ſo thut man im allgemeinen gut, an dem Ortsüblichen feſtzuhalten. Verbeſſerungen in der vorgeſchriebenen Richtung ſind damit nicht ausgeſchloſſen.

Die bekannteren Erntemethoden laſſen ſich nun in folgender Weiſe dem obigen Schema einfügen.

1. Große Schnelligkeit, aber geringe Sicherheit gewährt das Trocknen des Getreides auf dem Schwad oder in Gelegen, ver⸗ bunden mit einmaligem oder wiederholtem Wenden derſelben. Dieſe Methode wird weniger bei der Winterung, als bei der Seiiwad be⸗ nutzt. Sie iſt beſonders am Platz, wenn das Getreide als Deckfrucht

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Fig. 133. Stiege.

für Klee oder Kleegras gedient hat, oder wenn es reichlich Naturgras (Unkraut) enthält.

Zum Zweck des Bindens wird dick liegendes Getreide direkt aus den Schwaden aufgerafft, dünn liegendes in Gelege zuſammengeharkt. Da das Getreide ſamt dem Futter ſchon völlig trocken iſt und ſofort nach dem Binden eingefahren wird, ſo können zur Förderung der Arbeit ſtarke Garben(mit Seilen von Roggenſtroh, Wieden, geſpaltenem ſpaniſchem Rohr ꝛc.) gebunden werden

2. Mittlere Schnelligkeit und mittlere Sicherheit gewährt das Aufſtellen in dachförmige Stiegen(Fig 133), nachdem die Garben ſofort hinter der Senſe oder Mähmaſchine nach dem Abtrocknen des Thaues aufgebunden worden ſind. Dieſe Methode iſt namentlich bei der Winterung üblich. Es iſt zweckmäßig, kleine Garben anzufertigen, weil dieſe nach etwaigem Regen wieder durchtrocknen, ohne daß es nötig iſt, ſie aufjubinden. Der Roggen und auch längerer Weizen wird am einfachſten mit ſeinem eigenen Stroh gebunden, indem man eine Stroh⸗

Getreidebau. 16