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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
239
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Erſt von dem Heitpunkt an, wo alle RKammern des Rornes mit Vorratsſtoffen gefüllt ſind, die zu ihrer Konſervierung nur noch der Austrocknung bedürfen, läßt ſich das natürliche Reifen mit Vorteil durch das künſtliche Nachreifen erſetzen, und dieſer Zeitpunkt iſt die Gelbreife.

Es erübrigt nun noch ein Bedenken zu beſeitigen. In manchen Gegenden ſind nämlich die Landwirte der Anſicht, daß man zwar das zu Brotkorn bezw. zum Verkauf beſtimmte Getreide in der Gelbreife mähen dürfe, daß man aber die zur Saat oder zur Malzbereitung aus⸗ erſehene Frucht bis zur Totreife auf dem Halme ſtehen laſſen müſſe. Ein ſtichhaltiger Grund hierfür läßt ſich nicht herausfinden, wie denn auch in anderen Gegenden die Praktiker im Zeitpunkt der Ernte zwiſchen Saat⸗ und Handelswaare keinen Unterſchied machen. Wenn man den Schnitt ſchon in der Milch- oder Grünreife vornimmt, dann iſt das gewonnene Getreide als Saat⸗ oder Malzgut allerdings weniger brauchbar, aber dann hat es auch als Brotkorn einen geringeren Wert. Das milch- oder grünreife Getreide iſt eben unreif, läßt man es nach⸗ reifen, ſo wird es notreif das gelbreife Getreide dagegen iſt voll⸗ kommen ausgebildet, läßt man es nachreifen, ſo wird es reif. Das iſt der Unterſchied, und dieſer Unterſchied iſt feſtzuhalten.

Daß das gelbreife Getreide auch als Saatgut dem totreifen in keiner Weiſe nachſteht, zeigt folgender Verſuch von Wollny, ausgeführt im Jahre 1874 mit Jeruſalemer Staudenroggens).

Saat. Ernte. 5 EGrrtrag S S S5=S5 SE Saatgut FE G S= 2 3= 8 EE 3 5 Cs Zr an an S E 2 2 K 3 Str 3 2 2 Korn Stroh g Stuͤck Dem 8

5 S g g milchreif.. 3. Juli 0,0104 400 602,6 1017,9

1

grünreif 8. 0,0254 2,5 100 400 1359,6 1839,1 gelbreif 24. 0,0316 3,2 100 400 14884 2736,9 totreif... 29. 0,0313 32 100 400 1470,8 2817,7 Wollny, der ähnliche Verſuche auch mit Erbſen und Pferde⸗

bohnen angeſtellt hat, zieht aus den Ertragszahlen folgende Schlüſſe:

₰½ ₰½

*) Wollny, Unterſuchungen über die Wertbeſtimmung der Samen als Saat⸗ und Handelswaare. 1877.