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eine künſtliche Hitze von 100— 1100 C. auch der letzte Reſt des Waſſers ausgetrieben, ſo läßt ſich durch Vergleichung des Gewichts der bezüg⸗ lichen Trockenſubſtanz feſtſtellen, ob bei dem Nachreifen noch eine Wanderung von Stoffen aus dem Halme in die Körner ſtattfand, oder nicht.
Die in Kolumne II. unter a und b aufgeführten Zahlen zeigen nun, daß in der Milchreife eine ſolche Stoffwanderung vielleicht vor ſich geht. Sicher iſt dies nicht, denn der Unterſchied zwiſchen den Trocken⸗ gewichten beträgt nur ungefähr 4 Prozent. Jedenfalls iſt die Zunahme völlig ungenügend, denn die in der frühen bezw. ſpäten Milchreife ge⸗ ernteten Körner bleiben auch im nachgereiften Zuſtande bedeutend — um 39 beziehungsweiſe 14 Prozent— hinter den ſpäter geernteten Körnern zurück. In der Gelbreife kann dagegen von einer Zunahme der Körner an Trockenſubſtanz infolge des Nachreifens ebenſowenig mehr die Rede ſein, wie in der Vollreife, denn die betreffenden vier Zahlen
4,19: 4,22
4,22: 4,19 ſind als gleich zu betrachten. Auf ſehr geringfügige Unterſchiede iſt nichts zu geben.
Somit dürfen wir aus den ermittelten Trockenſubſtanzgewichten folgende Schlüſſe ziehen: Bei zu früh unternommener Ernte bleiben die Stoffe in den Halmen ſitzen, weil der Wurzel⸗ druck fehlt: man gewinnt nahrhaftes Futterſtroh, aber mangelhaft ausgebildete Körner. Erſt von der Gelbreife an, wenn die Stoffeinfuhr aus dem Halme in die Körner auf⸗ gehört hat, läßt ſich das natürliche Reifen des Getreides durch das künſtliche Nachreifen erſetzen.
III. Volumen.— Die in Kolumne III. unter a und b gegenüber⸗ geſtellten, auf das Volumen oder auf die Größe der Körner bezüg⸗ lichen Zahlen dienen zur Stütze und Beſtätigung der eben gezogenen Schlußfolgerungen.
Es iſt die natürliche Folge des Austrocknens, daß das Volumen der Körner mit der fortſchreitenden Reife abnimmt oder ſchwindet. Bei dem künſtlichen Nachreifen findet dasſelbe ſtatt, und allem Anſcheine nach vollzieht ſich der Prozeß des Zuſammenſchwindens in ganz normaler Weiſe, wenn die Halme auch lange Zeit vor dem völligen Erhärten der Körner abgeſchnitten werden. Aber der Punkt, auf den es für die Praxis ankommt, iſt der: Die in der Milchreife geernteten Körner ſchrumpfen bei dem Nachreifen in dem Grade zuſammen, daß ſie in der Größe, ebenſo wie im Trocken—-


