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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
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allem Schutz und Schonung derjenigen wilden Thiere, welche auf In⸗ ſektennahrung angewieſen ſind. Von dieſen kommen der Wanderheuſchrecke gegenüber für unſere Gegenden namentlich in betracht: der Maulwurf, der Igel und die Spitzmäuſe nebſt dem Fuchs und Iltis, welch' letztere freilich nicht ſo unbedingte Schonung verdienen, wie jene; ferner der Staar, der Storch, die Dohle, die Saat-, Nebel- und Rabenkrähe nebſt den weniger harmloſen Würgern; endlich die Eidechſen und Kröten nebſt der ſchwarzen Feldgrille(Gryllus campestris) und dem großen grünen Heupferd(Locusta viridissima), welche beide keineswegs zu den Pflanzen⸗ feinden zählen, ſondern allerlei andere Inſekten und beſonders auch die Larven der Wanderheuſchrecken begierig verſpeiſen.

Fig. 122. Die Wanderheuſchrecke, Oedipoda migratoria.— Die eine Figur zeigt das Inſekt im geflügelten Zuſtande, die andere zeigt die mit Fluͤgelſtumpfen verſehene Larve.

Ohne Zweifel tragen die genannten Tiere das ihrige dazu bei, daß die Heuſchrecken nur ſelten epidemiſch auftreten. Wird aber eine Feld— mark oder gar eine ganze Provinz von einem Heuſchreckenfraß heimge⸗ ſucht, dann darf in keinem Fall auf jene natürlichen Feinde allein ge⸗ rechnet werden, vielmehr ſind außerordentliche und energiſche Maßregeln von ſeiten der betroffenen und der gefährdeten Gemeinden dringend geboten.

„Da alle Berichte darin übereinſtimmen, daß gegen die Heuſchrecken ſelbſt, wenn ſie in wolkenartigen, die Sonne verfinſternden Schwärmen einfallen, jede Gegenwehr fruchtlos bleibt“, ſo beſchränkt ſich der Kampf, bei deſſen Unterlaſſung die ganze nächſtjährige Ernte auf dem Spiele ſteht,— auf die Vernichtung der Eiergelege und der ungeflügelten Larven.