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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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Hohenheimer Mauſefalle oder durch glatte Bohrlöcher von 12— 15 cm Weite und 50 cm Tiefe, bei der größeren Schermaus(Arvicola am- phibius) mit der eiſernen Klammerfalle, und bei dem Hamſter(Cricetus frumentarius) mit der Tellerfalle oder durch Ausgraben geſchieht. Soll das Fallenſtellen aber von Erfolg begleitet ſein, ſo muß man die Lebensweiſe der verſchiedenen Mäuſearten und namentlich die Anlegung ihrer Röhren, Schlupfwinkel und Schlafkammern genau kennen und beachten. Näher kann an dieſem Orte hierauf nicht eingegangen werden; wir betonen nur noch, daß das Wegfangen im Frühjahr weit⸗ aus am wirkſamſten iſt. Die erſte Brut findet ſich ſchon im April oder anfang Maiz; vorher iſt alſo die geeignete Zeit zur Mäuſejagd.

2. Die Schnecken.— Die Winterungsſaaten werden zuweilen durch die Ackerſchnecke(Limax agrestis) in empfindlicher Weiſe geſchädigt. Dieſes Ungeziefer nimmt namentlich dort überhand, wo die natürlichen Feinde: Storch, Staar, Kibitz, Maulwurf, Spitzmaus, Igel, Kröte, Laufkäfer ꝛc. aus Unverſtand oder Mutwillen weggefangen oder getötet werden, an⸗ ſtatt ſie auf alle mögliche Weiſe zu hegen und zu pflegen.

Fig. 121. Die Ackerſchnecke(Limax agrestis).

Im Taunus, Hunsrück und Jura hat man Phosphorit⸗Super⸗ phosphat(600 kg pro ha nach der Saat bei trockenem Wetter aus⸗ geſtreut) mit ganz ſicherem Erfolg gegen die Schnecken angewandt; ſobald ſie mit der Säure des Düngers in Berührung kommen, ſterben ſie. Das Mittel iſt koſtſpielig, aber der Dünger kommt der betreffenden und der folgende Ernte zu gut. Unter Umſtänden kann es genügen, nur einen Schutzſtreifen von 1—2 m Breite mit dem Ätzmittel zu beſtreuen.

3. Die Wanderheuſchrecke*).— Eine Landplage, die von Zeit zu Zeit wiederkehrt, wird durch die Wanderheuſchrecke(Oedipoda migratoria) verurſacht. Das gefürchtete Inſekt lebt nicht allein im Orient, ſondern es iſt auch in vielen Gegenden Deutſchlands fortwährend heimiſch. So⸗ bald die Witterung(Wärme und Trockenheit) mehrere Jahre hinterein⸗ ander ſeine Vermehrung begünſtigt, iſt die Landplage da. Um dieſelbe abzuwenden und ihr möglichſt vorzubeugen, empfiehlt ſich wiederum vor

*) A. Gerſtäcker, die Wanderheuſchrecke, 1876.

E. L. Taſchenberg, Naturgeſchichte der wirbelloſen Thiere, 1865. C. G. Giebel, Landwirtſchaftliche Zoologie, 1869.