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Was die übrigen Brandarten betrifft, ſo leidet der Roggen, glücklicherweiſe ſehr ſelten, von dem Roggenkornbrand, Vstilago secalis und dem Roggenſtengelbrand, Urocystis occulta. Auf der Hirſe kommt der Hirſebrand, Ustilago destruens, und auf dem Mais der Maisbrand, Ustilago Maydis vor, gegen welchen das Ein⸗ weichen in Kupfervitriol anzuwenden iſt. Ferner findet ſich auf Hafer und Gerſte ziemlich häufig, auf Weizen ſeltener, der Flugbrand, Ustilago Carbo. Man hat auch gegen dieſe Brandart das Einweichen in Kupfer⸗ vitriol verſucht, aber nicht günſtig befunden, weil die Keimfähigkeit der beſpelzten Samen, Gerſte und Hafer, zu ſehr geſchädigt wurde; beſſer bewährt hat ſich die einprozentige Schwefelſäure, doch ſind die Verſuche noch nicht zu einem allgemein befriedigenden Abſchluß gelangt. Vor⸗ läufig dürfte bei Hafer und Gerſte die vorhin erwähnte Reinigung auf trockenem Wege den Vorzug verdienen.
Der Grasroſt, Puocinia graminis.— Von den Roſtarten iſt die häufigſte und ſchädlichſte der gemeine Gras- oder Getreideroſt, welcher ſämtliche bei uns angebaute Getreidearten und auch viele wild⸗ wachſende Gräſer, wie z. B. die Quecke, das engliſche Raygras, das Knaulgras ꝛc. befällt. Seine Lebensgeſchichte iſt merkwürdig durch die verſchiedenen Fruchtformen, welche er entwickelt.
1. Sommerſporen. Während des ganzen Sommers findet man auf den Blättern und Blattſcheiden und auf den anderen grünen Teilen der Gräſer die Sommerſporen oder Uredoſporen. Dieſe Frucht⸗ form bildet unter der Oberhaut der Blätter ſchmale, lange, rote Wülſte; auf dem Mycelium erheben ſich dicht gedrängte Fruchtzweige ſenkrecht gegen die Oberhaut und erzeugen durch Abgliederung große eirunde Sporen, deren Protoplasma rote Körnchen enthält.(Fig. 116, u.) Dieſe Sommer⸗ oder Uredoſporen werden nach Zerreißung der Oberhaut aus⸗ geſtreut und keimen nach einigen Stunden auf der Oberfläche derſelben oder einer anderen Graspflanze. Die Sporen ſenden ihre Keimſchläuche durch die Spaltöffnungen ins Innere. Es entſtehen neue Mycelien, welche nach 6—10 Tagen neue Sporen entwickeln und ausſtreuen, und ſo geht es fort den ganzen Sommer hindurch.
2. Winterſporen. Gegen Ende des Sommers erſcheint neben den Uredoſporen eine andere Fruchtform: die Winterſporen oder Teleuto⸗ ſporen, welche auf den Blättern der Gräſer, beſonders der Quecke, überwintern. Fig. 116, t zeigt dieſe Fruchtform.
Dieſe Winterſporen treiben im Frühjahr einen oder zwei Frucht⸗ träger, an welchen mehrere kleine Sporen oder Sporidien gebildet werden, (ganz ähnlich wie es Fig. 117 bei einer anderen Roſtart darſtellt). Die Sporidien fallen ab, werden durch den Wind verbreitet und auf die
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