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rührt ſie mehrmals gründlich um und bearbeitet ſie kräftig mit einem abgenutzten Reisbeſen. Nicht allein die Unkrautſamen und die ſchlechten Saatkörner, ſondern auch die Brandſporen ſchwimmen obenauf. Das Schwimmende wird wiederholt abgeſchöpft. Dann ſchlägt man den Zapfen heraus, das Waſſer läuft ab; und die Saatfrucht iſt ſchnell und billig gereinigt. Dieſe„einfache Saatfrucht⸗Reinigungsmaſchine“, die Erfindung eines praktiſchen Landwirts, iſt übrigens nicht blos bei brandigem Weizen, ſondern bei jeder Getreideart anwendbar.*)
Wirkſamer zur Bekämpfung der Brandkrankheit iſt das Beizen, welches in ähnlicher Weiſe ausgeführt wird, wie das Waſchen, nur nimmt man anſtatt des reinen Waſſers eine ½ prozentige Kupfervitriol⸗ löſung(auf je 100 1 Waſſer ½ kg Kupfervitriol). Wird der Weizen wenigſtens 12 Stunden in der Löſung belaſſen, ſo verlieren auch die an den Körnern hängen bleibenden Brandſporen ihre Keimfähigkeit. Durch das gewöhnliche Verfahren: Beſprengen des auf den Haufen ge⸗ ſchütteten Weizens mit der Gießkanne und nachheriges Umſchaufeln wird der Zweck bei weitem nicht ſo vollkommen erreicht, wie durch das von Jul. Kühn empfohlene Einweichen.
Reinigung auf trockenem Wege.— Wer ſich zu dem Waſchen und Einweichen durchaus nicht entſchließen kann, der verſäume wenigſtens nicht, das Saatkorn wie das Brotkorn ſo gut als möglich auf trockenem Wege zu reinigen. Es hilft gegen den Brand ſchon ſehr viel, wenn die Körner drei⸗ oder viermal, am beſten auf einer luftigen und ſonnigen Scheuntenne, durch eine einfache Windfege gelaſſen werden. Noch wirk⸗ ſamer müßte eine Windfege ſein, bei welcher die Körner durch zwei Bürſtenwalzen getrieben würden, und dieſer Vorſchlag ſcheint mir der Beachtung wert zu ſein, um ſo mehr, da die Bürſtenwalzen in Amerika bereits im Gebrauche ſind.
Anderweitige Maßregeln zur Bekämpfung der Brandkrankheit be⸗ ſtehen in dem Bezug brandfreien Saatguts von auswärts und in der Vermeidung friſcher Stallmiſtdüngung zur Getreideſaat. Letzteres iſt beſonders in dem Falle geboten, wenn das Futter⸗ oder Streuſtroh Brandſporen enthält. Auch durch Verwendung brandſporenhaltiger Kraftfuttermittel(Kleien und Futtermehl) können die Krankheitskeime in den Dünger und mit dieſem auf das Feld gelangen, denn die im Futter aufgenommenen Brandſporen verlaſſen den Darm der Tiere, ohne ihre Keimfähigkeit einzubüßen.
So viel von dem Weizenſteinbrand, der außer durch Tilletia Caries auch durch Tilletia laevis hervorgerufen wird.
*) Zeitſchrift für d. Grßh. Heſſen, 1884, No. 10.


