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feuchteren Stellen des Samenkorns einen Druck, die trockneren einen Zug ausüben, welchem das Waſſer folgt oder nachgibt. So füllt ſich das Korn im Laufe einiger Tage durch und durch mit Waſſer. Dabei nimmt jede Zelle und folglich auch das ganze Korn an Größe zu, das Endoſperm wird weich, der Keimling zeigt erhöhten Glanz, die Schale glättet, dehnt und ſpannt ſich, mit einem Wort, das Korn quillt.
Die Menge Waſſer, welche das Getreidekorn zur Quellung bedarf, iſt durch Verſuche genauer feſtgeſtellt worden.
Einen diesbezüglichen Quellungsverſuch hat Fr. Haberlandt aus⸗ geführt.*) Derſelbe legte je 100 Körner in Waſſer, das täglich mehrere mal erneuert wurde, und nahm ſie täglich heraus, um ſie oberflächlich abzutrocknen und zu wägen. Aus dieſen Gewichten ließ ſich die Waſſer⸗ aufnahme in Prozenten von dem Gewicht der lufttrockenen Körner be⸗ rechnen. Das Reſultat enthalten die folgenden Zahlen, die wir der Überſichtlichkeit wegen abgerundet haben.
Waſſeraufnahme in Prozenten nach Tagen: 1. 2. 3. 4. 6. 7. 8.
Weizen. 31 38 44 54 60 63 69 Roggen... 42 48 60 74 80 83 85 Gerſte.... 37 43 49 55 65 67 68 Hafer.. 40 44 51 57 66 71 76 Mais... 25 33 36 38 40 42 50 Hirſe.... 15 18 22 27 30 32 33
quantum die Körner Tag für Tag aufgenommen hatten. Nur inſofern läßt der Verſuch zu wünſchen übrig, als bei dem Einquellen unter Waſſer die Keimung nicht rechtzeitig erfolgte, ſo daß die Körner ge⸗ zwungen waren, mehr Waſſer aufzunehmen, als ſie unter natürlichen und normalen Verhältniſſen zur Quellung bedürfen.
Zum Vergleich fügen wir die hier ebenfalls abgerundeten Zahlen hinzu, welche Rob. Hoffmann und Fr. Nobbe gefunden haben.**) Bis zum Hervorbrechen des Würzelchens nahmen Waſſer auf in Prozenten:
nach Hoffmann nach Nobbe
Weizen... 45 60 Roggei...... 58 5 Gerſte... 48— Haſeck.. 60— Mais. 44 40 Hirſe.. ,25—
*) Fr. Haberlandt, der allgem. l. Pflanzenbau, 1879, S. 28. Nonſ 4 7 9 f **) Landw. Verſuchsſtationen, VII, 47. Nobbe, Handbuch der Samenkunde, 1876, S. 119.


