reichlich Luft führen; daß zwiſchen Keimling und Schale ein größerer Luftraum ſich befindet; daß in vielen Körnern der Länge nach mitten durch das Korn ein weiterer oder engerer Luftkanal verläuft(Fig. 15 bei 1); daß auch in den Zellen des Endoſperms(beſonders der Kleber⸗ ſchicht), ſowie in und zwiſchen den Zellen des Keimlings und des Schild— chens eine große Menge kleiner Luftblaſen eingeſchloſſen iſt. Einigermaßen läßt ſich der Luftgehalt beurteilen, wenn beſtimmte Ge⸗ wichtsmengen der Körner in Waſſer verſenkt, unter der Luftpumpe luft⸗ leer gemacht und darauf ſorgfältig abgetrocknet wiederum gewogen werden. Die Gewichtszunahme iſt durch das Waſſer bewirkt worden, welches die früher lufterfüllten Räume einnimmt. Eine größere Waſſeraufnahme wird einem größeren, eine geringere Waſſeraufnahme dagegen einem gerin⸗ geren Anteil an lufterfüllten Räumen entſprechen. Nachſtehend ſind die Zahlen aufgeführt, welche Fr. Haberlandts) für die Waſſermenge fand, welche wäh⸗ rend einer Viertelſtunde unter der Luftpumpe in die Körner eingetreten war. Waſſeraufnahme in Prozenten des Körnergewichts.
Weizen, weicher, aus Böhmen..... 10,2 „„„ Auſtralien.... 13,7
„ harter,„ Mngarm..... 9 4 Roggen.... 1570 Gerſte, beſpelzte 15, „ nachte......... 148,5 Fahnenhafer mit Spelzen..... 32,3 3 ohne„ 14,8 Riſpenhafer mit Spelzen..... 27,4 „ ohne„.10,9 Mais, großkörnig....... 8,0 „ kleinkörnig...... 7,0 Hirſe 11,9.
Aus den Zahlen iſt zu erſehen, daß die lufterfüllten Räume, zuſammengenommen, in den beſpelzten Früchten größer ſind, als in den nackten. Am höchſten iſt der Luftgehalt bei dem Hafer, was darauf zurückzuführen, daß die Spelzen, die ihrerſeits ſelbſt viele Lufträume enthalten, dem behaarten Kern nicht ſo dicht anliegen, wie es z. B. bei der Gerſte der Fall iſt.
Schließlich bemerken wir noch, daß die Luft in den kleinen Hohl— räumen der Getreidekörner, ebenſo wie in anderen poröſen Körpern, in verdichtetem Zuſtand ſich befindet.*)
*) A. a. O. S. 105. **½) A. Nowacki, Unterſuchungen über das Reifen des Getreides, 1870, S. 62. 4*½


