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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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aus ſtickſtoffhaltiger Subſtanz beſteht, während das Stärkemehl in dieſen Organen fehlt.

Dafür iſt in den Zellen des Keimlings das Fett relativ reichlicher abgelagert, als in den übrigen Teilen der Frucht. Nach Fr. Haber⸗ landt) enthielten nämlich die vom Endoſperm ſorgfältig abgelöſten

Keime des Weizens.... 14,25% Fett Roggens.. 12,37 der nackten Gerſte.. 22,42 des nackten Hafers.. 25,71 Maiskorns... 32,04

Daraus würde ſich, falls der Fettgehalt den Keimen allein zukäme, für die geſamte Trockenſubſtanz der Körner ein Fettgehalt von 0,7 0,8 0,8 0,4 und 3,7% bei den eben genannten Getreidearten ergeben. Da der Fettgehalt derſelben aber im Durchſchnitt 1,5 2,0 2,3 6,0 und 6,5% beträgt, ſo folgt, daß dem Endoſperm ein Fettgehalt von annähernd 0,8 1,2 1,5 5,6 und 2,8% zukommt. Weitaus am reichſten an Fett iſt hiernach das Endoſperm des Hafers, nächſtdem dasjenige des Maiſes; dagegen iſt das Fett in dem Endoſperm der Gerſte, des Roggens und des Weizens nur ſpärlich oder ſehr ſpär⸗ lich vertreten. Ein Teil des Rohfettes iſt jedenfalls auf Rechnung der in der inneren Schicht der Schale abgelagerten Farbſtoffe zu ſchreiben; der übrige Teil muß füglich in der Proteinſubſtanz des Endoſperms(in den Proteinkörnern der Kleber⸗ und Stärkezellen oder in der ſtickſtoff⸗ haltigen Grundmaſſe zwiſchen den Protein- und Stärkekörnern) einge⸗ ſchloſſen ſein.

Die Mineralbeſtandteile ſind durch die ganze Subſtanz der Ge⸗ treidefrucht verteilt, aber nur in geringer Menge. Wie aus obiger Ta⸗ belle zu erſehen, ſind die Zahlen für den Aſchengehalt bei den beſpelzten Früchten: Spelz, Gerſte, Hafer, Hirſe höher, als bei den nackten: Weizen, Roggen, Mais. Folglich ſteckt ein relativ beträchtlicher Teil der Mineral⸗ ſubſtanz in den Spelzen. Letzteres zeigen ſehr deutlich die Zahlen für den Dinkel, bei welchem 2% der Aſche auf die Spelzen und 1,7% auf die ſogenannten Kernen entfällt.

Der mittlere Waſſergehalt in dem lufttrockenen Korn ſtellt ſich bei allen Getreidearten ſehr genau gleich.

Hieran anſchließend haben wir noch des Luftgehaltes der Ge⸗ treidekörner zu gedenken. Durch die Unterſuchung mit der Lupe und mit dem Mikroſkop können wir uns überzeugen: daß namentlich die ver⸗ holzten Zellen der Spelzen und der Schale(Fig. 20 und Fig. 22 bei ¹)

*) Fr. Haberlandt, Wiſſenſchaftlich⸗praktiſche Unterſuchungen, 1875, S. 141.