— 49—
hinzu, wie ſie durch die chemiſche Analyſe ermittelt und von E. v. Wolff im landwirtſchaftlichen Kalender von Menzel und v. Lengerke für 1885 zuſammengeſtellt ſind.
Mittlere Zuſammenſetzung der Getreidefrüchte.
*2QſͤI S5E 3 323. Fruchtart.* 2 S 2 8 ( 5 7 2 5 (S3S 5 555 3 2. 153 ſe, 0 0 70 0 0 70 Weizen......... 66,4 13,0 1,5 3,0 1,7 14,4 Dinkel mit Spelzen..... 52,5 10,0 1,5 16,5 3,7 14,8 „ ohne„ 672 13,5 1,6 1,5 1,7 14,5 Roggen.. 62,4 15 2,0 3,5 1,8 14,3 (Gerfte......... 63,0 10,0 25e 7, 2,7 143,3 Hafer........(56,7, 11,0 60 9,3 2,7 14,3 Maie........ 62,1 100 6,5 5,5 1,5 144 Hirſe 574 11,8 4,0 9,5 3,3 14,0 l'
Die chemiſche Analyſe lehrt uns, daß die ſtickſtofffreien Extrakt⸗ ſtoffe in den Früchten aller Getreidearten weitaus vorherrſchen. Die⸗ ſelben beſtehen hauptſächlich aus Stärkemehl, welches ſich in dem Endoſpermkörper aufgeſpeichert findet. Die Menge iſt bei allen Getreidearten ziemlich gleich; die Zahlen würden noch genauer überein⸗ ſtimmen, wenn nicht einige der Getreidefrüchte nackt, andere mit Spelzen bekleidet wären. Daß hierauf die Verſchiedenheiten in den Zahlen für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe größtenteils zurückzuführen ſind, zeigen die Zahlen für den Gehalt an Rohfaſer. Je höher die Zahl für die Roh⸗ faſer, deſto niedriger iſt die Zahl für die ſtickſtofffreien Extraktſtoffe. Natürlich, denn in der Zahl für die Rohfaſer kommt das Gewicht der Fruchtſchale ſamt Spelzen zum Ausdruck. Einigermaßen ſpricht auch in dieſen wie in anderen Beziehungen die Verſchiedenheit in der Größe der Körner mit, indem bei kleineren Körnern das Gewicht der Schale ver⸗ hältnismäßig beträchtlicher iſt, als bei größeren.
Im Proteingehalt, der nur den 5. bis 6. Teil von dem Stärke⸗ mehlgehalt ꝛc. ausmacht, kommen die Früchte der verſchiedenen Getreide⸗ arten ebenfalls ſehr nahe überein. Wir haben bereits erwähnt, daß die Proteinſtoffe in den Endoſpermzellen vertreten ſind, und zwar in den äußeren Partieen des Endoſpermkörpers reichlicher, als in den inneren. Nachzutragen bleibt noch, daß auch das Zellgewebe des Keimlings und des Schildchens, abgeſehen natürlich von den Zellwänden, überwiegend
Getreidebau. 4


