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Hierbei haben wir noch auf einen Punkt aufmerkſam zu machen, welcher in der Beſtockung der Getreidearten und der betreffenden Wieſen⸗ gräſer einen weſentlichen Unterſchied bedingt. Die Wieſengräſer— wir reden jetzt ſpeziell von den ausdauernden horſtbildenden Gräſern — entwickeln nämlich jedes Mal nur eine beſchränkte, verhältnismäßig kleine Anzahl von fruchttragenden Halmen; die Mehrzahl bleibt ſteril, um im zweiten Schnitt oder erſt im nächſten Jahre nachzuwachſen und zur Blüte und Fruchtbildung zu gelangen, ſofern der Menſch durch ſeinen Eingriff das Reifen der Früchte nicht verhindert. Bei den ein⸗ jährigen Gräſern— Getreidearten und Unkräutern— ſind dagegen alle Stocktriebe fruchttragend, mit Ausnahme der ſchwächlichen Nachzügler. Deshalb kann man bei frühzeitig geſäetem Wintergetreide ſchon im Herbſt tief verſteckt zwiſchen den Blattſcheiden, die Anlage der Ähren finden.
eit anderen Worten heißt das: Die ausdauernden Gräſer ſorgen neben der Fruchtbildung fortwährend auch durch Reſervetriebe für ihre Fort⸗ exiſtenz, die einjährigen Gräſer verlaſſen ſich dagegen allein auf die Fruchtbildung. Bei letzteren hat die Bildung von Reſervetrieben für das folgende Jahr keinen Sinn. Die ganze Pflanze ſtirbt nach der Frucht⸗ reife ab; lebens⸗ und fortpflanzungsfähig bleibt nur der im Samenkorn ſchlummernde Keim.
3. Da alſo die einjährigen Gräſer, um den Zweck der Fortexiſtenz zu erreichen, ihre ganze Kraft— mit Ausſchluß natürlich desjenigen Teils, der zur Herſtellung und zum Betrieb der Arbeitsmaſchine(des Wurzel⸗, Stengel⸗ und Blattſyſtems) hergegeben oder geopfert werden muß— auf die Fruchtbildung verwenden, ſo können wir verſtehen, weshalb ſie in dieſer Richtung ganz bedeutend mehr leiſten, als die aus⸗ läufertreibenden und immerhin auch noch beträchtlich mehr, als die aus⸗ dauernden horſtbildenden Gräſer. In der That ſind die einjährigen Gräſer allgemein durch den Reichtum und, wenn man Vergleichbares mit einander vergleicht, auch durch die Größe der Früchte ausgezeichnet. Dies gilt für die grasartigen Unkräuter, die hierher gehören, ebenſowohl wie für die Getreidearten. Die weiche Treſpe, in unſerer überſicht das einzige einjährige Gras, welches auf den Wieſen vorkommt, ſteht im Fruchtertrage allen übrigen Wieſengräſern voran. Ebenſo liefert die einjährige Roggentreſpe, das bekannte Ackerunkraut, zu unſerem Verdruß eine große Menge von roggenähnlichen Früchten; hat man doch von ihr das Mährchen erdacht, daß der Roggen ſich in Treſpe umwandeln könne. Auch der Wildhafer, der Flughafer, die Bluthirſe, die Hühner— hirſe und die Fennicharten, ſämtlich einjährig, ſind ſruchtreiche Gräſer; manche von ihnen(die drei erſtgenannten) werden ja der Früchte wegen zuweilen angebaut. Ebenſo iſt der einjährige Ackerfuchsſchwanz frucht⸗


