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reicher, als der ausdauernde und ausläufertreibende Wieſenfuchsſchwanz. Ebenſo der einjährige Taumellolch fruchtreicher, als das ausdauernde engliſche Raygras. Ebenſo die einjährige Mäuſegerſte fruchtreicher, als die ausdauernde Wieſengerſte. Ebenſo der einjährige Windhalm frucht⸗ reicher, als das ausdauernde und ausläufertreibende Fioringras.— Ver⸗ gleicht man immer nur, wie es geboten iſt, die nahe verwandten Arten einer und derſelben Gattung miteinander, ſo kenne ich keine Ausnahme von der Regel, daß die einjährigen Gräſer in der Fruchtbildung, die ausdauernden dagegen in der Beſtockung überlegen ſind.
Ganz darf freilich auch den einjährigen Gräſern die Fähigkeit zur Beſtockung nicht abhanden kommen, wenn ſie in dem Kampf ums Daſein nicht unterliegen wollen; denn wenn eine Pflanze überhaupt nur einen einzigen Halm hervorzubringen vermag, ſo hat ſie ihren Lebenszweck gänzlich verfehlt, ſobald der eine Halm vor der Fruchtreife verloren geht. Auch muß der Pflanze die Fähigkeit zur Beſtockung aus dem Grunde verbleiben, damit ſie, je nachdem der Standort mehr oder weniger günſtig iſt, eine größere oder geringere Anzahl von fruchttragenden Halmen erzeugen und in jedem Fall die Standortsbedingungen auf das Vorteilhafteſte aus⸗ nutzen kann.
Andererſeits iſt für eine Pflanze, deren Fortexiſtenz von der Frucht⸗ bildung abhängt, die Neigung zu allzu reichlicher Beſtockung offenbar vom Übel, denn unter ſonſt gleichen Umſtänden, d. h. bei Gleichheit des Standraumes, der Beleuchtung, der Wärme, der Feuchtigkeit ꝛc., führt Neigung zur Vielhalmigkeit— zur Verkümmerung, Neigung zur Ein— halmigkeit— zur Vervollkommnung der Früchte. Zur abſoluten Ein⸗ halmigkeit darf es nicht kommen, aber eine dem Standort angepaßte, mäßige Beſtockung bietet die größte Gewähr für eine genügende Zahl kräftig entwickelter Halme und Früchte. Dieſer Anforderung ent⸗ ſprechen die einjährigen Gräſer und unter ihnen namentlich die Ge⸗ treidearten.
Die Getreidearten, welche von Natur ſämtlich einjährig und auch in den wenigen an die Überwinterung gewöhnten Spielarten nicht eigentlich zweijährig ſind, übertreffen im Fruchtreichtum alle übrigen Gräſer, und dies iſt der Grund, weshalb der Menſch ſie an ſich gefeſſelt und in Kultur genommen hat. Sie müſſen ſich ſchon im wildwachſenden Zu⸗ ſtande vor den übrigen Gräſern durch Reichtum und Wohlgeſchmack der Früchte ausgezeichnet haben, weil ſonſt nicht ſie, ſondern andere Gräſer zum Anbau gewählt worden wären. Die Auswahl wurde ſo lange fort⸗ geſetzt, bis auf der ganzen Erde keine fruchtreicheren Gräſer mehr zu finden waren. Die letzten waren die beſten, und die beſten hielt man feſt. Dieſe einfache Auswahl und die Verbreitung der wertvolleren Arten


