Die Blattſcheide iſt der untere Teil des Blattes, welcher den Halm röhrenförmig umgibt. Indeſſen iſt die Scheide nur bei einigen wenigen Gräſern, wie z. B. bei dem Knaulgras, wirklich geſchloſſen; bei den meiſten erſcheint ſie der Länge nach aufgeſchlitzt. Der Schlitz kommt dadurch zu ſtande, daß die beiden Ränder des Blattteiles, welcher die Scheide bildet, nicht miteinander verwachſen. Der Schlitz iſt bei manchen Gräſern ganz oder wenigſtens am oberen Ende deutlich geöffnet, bei anderen iſt er gedeckt, indem die Blattränder übereinandergreifen.
Fig. 6. Das Halmſtück a des gemeinen Riſpen⸗ Fig. 7. Aufrichtung des
hafers, Avena sativa, iſt aus der Blattſcheide s Halmes a durch den Blatt⸗
herausgezogen. b iſt das vollſtändige Blatt mit knoten k.(Zweizeilige
allen ſeinen Teilen: k Blattknoten, s Blattſcheide, Gerſte, Hordeum disti- h Blatthäutchen, sp Blattſpreite. chum.
, der natürlichen Größe.
Da die Blattſcheide den Halm in der Regel feſt umſchließt, ſo verſtärkt ſie die Steifigkeit und Widerſtandsfähigkeit desſelben gegen Windbruch. Zugleich dient ſie der wachſenden Halmſpitze, namentlich auch der jungen Blüte, zum Schutze gegen Froſt ꝛc., indem die jungen Triebe innerhalb einer älteren Blattſcheide emporgeſchoben werden.
Die Baſis der Blattſcheide bildet der Blattknoten. Man muß nämlich zwiſchen Blattknoten und Halmknoten unterſcheiden. Der Halm⸗


