G ul
226 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.
dieſe Spätlinge in ſehr wohl geſchütztem, möglichſt warmem, hellem, nicht zu kleinem Raume gut zu verpflegen.
5. Geſtatten es die Räumlichkeiten, ſo kann man bereits gegen Ende Dezember die etwa vorhandenen Eier der Zuchtſtämme durch Truthennen bebrüten laſſen. Bis die Kücken ausſchlüpfen, entledige man ſich derjenigen Legehennen, welche zum Eierablegen forciert worden ſind (ſiehe oben unter c), nach deren Mäſtung. Der Kückenaufzuchtsraum bedarf keiner größeren Wärme als die, wie ſie in Kuhſtällen zu ſein pflegt.
6. Im allgemeinen ſei noch bemerkt: a) daß Grünfutter nicht ganz fehlen darf; wenn nötig, verabreiche man es in gekochtem Zuſtande; b) daß es der Geſundheit der Hühner förderlich iſt, ſie bei gutem, trockenem, wenn auch nicht ganz froſtfreiem Wetter täglich kurze Zeit ins Freie auslaufen zu laſſen, beſonders dann, wenn ein wärmender Düngerhaufen ihnen zugänglich iſt. Wenn Schnee liegt, mache man ihnen einen Laufraum ſchneefrei.
7. Ob die Mäſtung durch freiwillige Aufnahme von Mehlſuppe oder Mehlteig oder von Körnern, oder durch gezwungenes Eingeben von Mehlnudeln oder aufgequellten Maiskörnern zu bewirken iſt, muß der Erwägung des Züchters anheimgeſtellt werden.—
Truthühner. Erwachſene Truthühner können ziemlich viel Kälte und ſchlechtes Wetter ertragen; ſie ſind daher leicht durch den Winter durchzubringen. Der(oder die) Zuchtſtamm iſt ausgewählt. Man halte außerdem noch eine Anzahl Brüterinnen, wozu man die leichteren auswählt. Alle andern, Hähne wie Hennen, werden teils ſchon in der Mäſtung ſich befinden, um für die Weihnachts⸗ und Neujahrszeit fette Truthühner liefern zu können, teils iſt es Zeit, ihre Mäſtung zu beginnen.
Gänſe. Im allgemeinen geht ſchon vor Weihnachten die Hauptzeit der Gänſebraten zu Ende. In einigen Gegenden aber iſt der Gänſe⸗ braten der Hauptfeſtbraten am Weihnachts⸗ und Neujahrstage, auch noch am heiligen Dreikönigsfeſte. Wo das der Fall, wird der Züchter noch im Dezember junge Gänſe mäſten; auch noch im Januar empfiehlt ſich dies, wenn Ausſicht vorhanden iſt, daß Maſtgänſe noch für die Faſtnachts⸗ tage begehrt werden. In Bezug auf die Verpflegung des Zuchtſtammes wird auf die für November gegebenen Regeln verwieſen.
Enten gehen auch bei Froſtwetter aufs Waſſer; dieſes iſt für ihr Gedeihen unentbehrlich. Man halte daher das den Enten zugängliche Waſſer möglichſt eisfrei. Bei geringem Froſte iſt ein vorzügliches Mittel hierzu das Einlegen von Reiſigbündeln ins Waſſer vom Uferrande aus. Durch Zurückziehen derſelben am Morgen oder auch während des Tages wird eine dünne Eisdecke leicht entfernt. Den jungen Spätbrutenten, welche dazu beſtimmt ſind, im Januar und Februar den Mangel an Wildpret zu erſetzen, widme man beſondere Sorge durch reichliche Körner⸗ nahrung und ſtets reichlich vorhandene friſche Strohſtreu, nicht nur in ihrem Nachtaufenthaltsraume, ſondern auch da, wo ſie am Tage ſich gern aufhalten.


