Januar. 227
Im allgemeinen erwarten den vorſichtigen Züchter im Dezember noch einige Arbeiten, welche auf die künftige Produktion von Einfluß ſind: Unterſuchung, gründliche Reinigung und Ausbeſſerung aller Gefäße, welche zur Aufnahme der Neſter dienen ſollen, ſei es fürs Eierlegen, ſei es fürs Brüten. Nur hierdurch iſt das Ungeziefer, welches ſich gern in Körben und Holzkaſten einniſtet, zu entfernen und un— ſchädlich zu machen. Auch die Reinigung der zur Aufzucht der Kücken erforderlichen Geräte wird jetzt ſchon vorgenommen. Iſt das alles geſchehen und ſind die Zuchtſtämme ſorgſam ausgewählt und zuſammen⸗ geſtellt, ſo kann der Züchter auf gute Erfolge nicht nur hoffen, ſondern ziemlich ſicher rechnen.
Januar.
Mit Januar geht das eigentliche Züchtungsjahr, welches wir mit Februar begonnen haben, vorüber. Aber dieſer letzte Monat desſelben bringt uns ſchon wieder die Anzeichen für den kommenden Anfang. Unſere Pfleglinge fühlen bereits das Nahen der Saiſon; ihre Ent⸗ wickelung zur Produktion beginnt und legt uns die Verpflichtung auf, dieſelbe nach Kräften zu fördern. Wie das zu machen ſei, wird bei den verſchiedenen Geflügelarten gezeigt werden.
Haushühner. Die Hühner entwickeln ſich zuſehends; ſie zeigen mehr Bewegung und Munterkeit als im Anfange und während der vorhergegangenen Winterszeit. Die jüngeren beginnen von Mitte des Monats an, ja oft ſchon früher, zu legen; die älteren legen im Januar noch nicht. Ob eine Henne bald legen wird, zeigt ſich durch lebhafte Rötung ihres Kammes und dadurch, daß ihre Exkremente viel weißen Stoff enthalten. Auch bei den Hähnen wird der Kamm intenſiver rot gefärbt, aber bei naßkaltem oder ſchneereichem Wetter ſind ſie weniger zur Ausführung der Begattung geneigt, als bei trockenem. Es iſt alſo immerhin zweifelhaft, ob alle abgelegten Eier befruchtet ſein werden. Nichtsdeſtoweniger emfiehlt es ſich, dieſe Eier bebrüten zu laſſen(durch Truthennen), um ſo mehr, als die Witterung im Februar, als dem Monate, in welchem das Auslaufen der Eier zu erwarten iſt, im all— gemeinen ſich günſtiger geſtaltet und ſo die Aufzucht der Kücken er⸗ leichtert. Es ſei wiederholt darauf hingewieſen, daß für dieſe eine Wärme genügt, wie ſie in größeren Kuhſtällen zu ſein pflegt, und daß der Aufzuchtsraum recht hell ſein und häufig gelüftet werden muß.
Die den Hühnern zu verabfolgende Nahrung ſei dieſelbe wie diejenige, welche für Dezember angegeben worden iſt.
Als Nahrung für die Kücken empfiehlt E. Lemoine, der bekannte ausgezeichnete Züchter, am Ofen getrocknetes Weißbrot, das mit Waſſer, gemiſcht mit Rotwein oder mit Apfelwein, angefeuchtet wird, und Hafer⸗ mehlteignudeln oder Hafermehlbrei, dem etwas kleingehackter Salat bei⸗ zumiſchen iſt, ſelbſtverſtändlich in lauwarmem Zuſtande zu verabreichen. Gefrorenes oder mit Reif bedecktes Grünzeug und andere kalte Nahrungs⸗
154


