224 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.
Ställe vorhanden ſind. Wo, wie in den Laufräumen, faſt dreiviertel Jahr lang eine große Anzahl von Hühnern ihre Exkremente und einen Teil des Weichfutters haben auf den Boden fallen laſſen, und dieſe dem Sonnenſchein und häufigen Regen ausgeſetzt geweſen ſind, muß der Boden, wenn auch öfter Reinigung ſtattgefunden hat, mehr oder weniger von ihnen durchdrungen ſein; dadurch aber bilden ſich Krank⸗ heitserreger. Die beſte Art, dieſe unſchädlich zu machen, iſt, Luft, Regen, Froſt und Schnee längere Zeit auf ſie einwirken zu laſſen, ohne ſie durch Benutzung der Laufräume zu vermehren. Es hat das Unbenutzt⸗ bleiben der letzteren noch den Vorteil, daß der beraſte Teil derſelben im Frühjahre üppig hervorſproßt und den Hühnern früh die erſte Pflanzennahrung liefert.
Die für Oktober empfohlene Einſtreu von abgefallenen Baumblättern in die Hühnerhäuſer und bedeckten Schutzräume ſetze man fort. Fehlt es an Aufbewahrungsraum für das Laub, ſo konſtruiere man ſolchen durch Einſtecken von Pfählen in den Boden und Bedeckung des um⸗ pfählten Raums durch ein ziemlich weit herabreichendes Strohdach; nach dem Entleeren ſolchen Raums kann er den Hühnern als Schutzraum gegen Regen und Schnee dienen.
Die Fütterungsregel iſt gleich der für den vergangenen Monat empfohlenen.
Von Bebrütenlaſſen der Eier nehme man Abſtand, da es unwahr⸗ ſcheinlich iſt, daß viele Eier zum Auslaufen kommen, ganz junge Kücken jetzt ſchwierig aufzuziehen ſind und daher die Eier bei hohen Preiſen beſſer durch Verkauf verwertet werden.
Truthühner können noch auf die Weide getrieben werden. Eicheln und Bucheckern ſind für ſie Leckerbiſſen, die ihnen gut bekommen und ihrem Fleiſche guten Geſchmack verleihen. Gegen Ende November ſucht man die ſchwächeren, weniger zur Mäſtung geeigneten Vögel zu verkaufen, die übrigen füttert man reichlicher als bisher, um ſie zur Mäſtung vorzubereiten.
Für die nunmehr erwachſenen Perlhühner gilt in betreff der Fütterung dasſelbe wie für Jungenten; ſie brauchen einer beſonderen Mäſtung nicht unterzogen zu werden, um fleiſchige Körper zu erhalten.
Der Gänſezüchter wird jetzt eine Anzahl junger Gänſe in der Mäſtung haben, um zum 11. November Martinsgänſe liefern zu können. Den Reſt nimmt er von Ende November an in mäſtende Behandlung, um zur Weihnachtszeit der alsdann regen Nachfrage nach fetten Junggänſen entſprechen zu können. Mäſtung durch aufgequellten Mais oder Teignudeln.
Die zum Verkaufe beſtimmten Jungenten erhalten als Zuſatz⸗ nahrung neben dem gewöhnlichen Futter mehlhaltige Nahrungsſtoffe und gekochte Kartoffeln. Die vorhandenen Entenkücken müſſen ſo reichlich als möglich gefüttert werden, um ihre Entwickelung zu be⸗ ſchleunigen.


