November. 223
Die Nachtaufenthaltsräume müſſen, wenn es nicht ſchon im September geſchehen ſein ſollte, gründlich von Ungeziefer gereinigt werden, weil die Hühner jetzt bei den längeren Nächten von demſelben länger gequält würden, und um die Überwinterungsneſter desſelben in den Fugen und Ecken zu vernichten; nötigenfalls iſt Auskalken der Ställe vorzunehmen.
Truthühner. Der Weidegang der Truthühner werde, wenn ein ſolcher überhaupt zuläſſig iſt, fortgeſetzt. Nachdem die Stoppelfelder umgepflügt und abgeweidet ſind, bieten die Kartoffelfelder, auch ſolche, die noch nicht abgeerntet ſind, und abgeerntete Weinfelder(Weinberge) vortreffliche Gelegenheit zum Auffinden und Vernichten einer Menge von Inſekten, Schnecken und anderen Ungeziefers. Des Abends nach der Rückkehr verabreiche man Fruchtkörner, beſonders Gerſte und Mais.
Gänſe. Zweckmäßige Vorbereitung zur Maſt iſt die Aufgabe des Züchters, denn die Zeiten des Gänſebratens nahen: Martini, Weihnachten, Neujahr u. ſ. w. Man laſſe dem Trupp vorläufig noch freien Auslauf, aber man ſpare nicht an Gerſte, Mais und Kartoffeln mit Gerſtenmehl oder Kleien durchmengt. Selbſtverſtändlich ſind ſo reichliche Mahlzeiten für die zu Zuchtzwecken beſtimmten Vögel nicht erforderlich, obgleich ſie ihnen nicht zum Nachteil gereichen können.
Enten. Der gute Appetit der noch vorhandenen zu Schlachtzwecken beſtimmten Jungenten iſt reichlich zu ſtillen durch Gerſte, Mais, Hafer, Weizen und Kartoffeln mit Mehl oder Kleie.— Den Entenkücken, welche für die Zeit nach Schluß der Jagd über den Mangel an Wildpret tröſten ſollen(vergleiche September), ſind Würmer und Land⸗ und Waſſerſchnecken außerordentlich zuträglich.
In keinem andern Monate iſt es mehr erforderlich, an die baldigſte Verwertung aller jungen und älteren Tiere zu denken, die man nicht zur Einſtellung in die eigenen Zuchtſtämme benutzen will, als im Oktober. Viel und ſchneller Umſatz iſt bei keinem andern Betriebe wichtiger und zur Erzielung von Gewinn nötiger, als bei der Geflügelzucht.
November.
Im November pflegt die Witterung in der Regel noch regneriſcher und rauher zu werden, wie ſie im Oktober war, und zuweilen auch Schnee zu bringen, wenn auch nicht ſelten das erſte Drittel dieſes Monats uns durch gelindere und etwas trocknere Temperatur erfreut. Es gelten daher im allgemeinen für die Pflege des Geflügels die für Oktober gegebenen Maßregeln, jedoch mit folgenden Modifikationen:
Wer Haushühner in verſchiedenen Abteilungen mit zugehörigen beſonderen Laufräumen hält, verſäume nicht, letztere von Anfang oder Mitte November an(je nach der Witterung) unbenutzt zu laſſen und ſie erſt gegen das Frühjahr hin wieder in Benutzung zu nehmen. Es wird ſich dies überall da ausführen laſſen, wo das erzüchtete Jung⸗ geflügel zum großen Teile bereits verkauft iſt, und wo zur Überwinterung
der Hühner bedeckte und abgeſchloſſene Schutzräume in der Nähe der


