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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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222 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

wirkt zu wenig auf Fettbildung hin. Es wäre daher, wenn man von der ökonomiſchen Seite abſieht, als alleiniges Futter nur verwendbar für diejenigen älteren und diejenigen diesjährigen ausgewachſenen jungen Hühner, welche zu Zuchtzwecken fürs kommende Jahr beſtimmt ſind, ſei es zur Bildung der eigenen Zuchtſtämme oder zum Verkauf als Zucht⸗ hühner. Alle übrigen Junghühner, deren Beſtimmung die Verwendung als Schlachthühner iſt, darunter auch diejenigen jungen Hennen, welche nach Ablauf ihrer jetzigen Legethätigkeit anfangs des Winters zur Ver⸗ wertung als fette Schlachthennen gelangen ſollen(vergleiche Auguſt), müſſen von jetzt an auch fettbildende Nahrung erhalten. Als ſolche eignet ſich recht gut die Kartoffel, welche gerade um dieſe Zeit billig zu haben iſt und deren Verwendung ſich ſehr billig ſtellt, da auch die kleineren und kleinſten, die zu Speiſezwecken weniger gut brauchbar ſind, zu Hühnerfutter vortrefflich ſich eignen, nachdem ſie abgekocht(gequellt) und zerquetſcht ſind. Aus dem Geſagten folgt, daß derjenige, welcher ſeinen Vorteil kennt, ſeinen Hühnerbeſtand in zwei Abteilungen trennen wird, in eine mit zu Zuchtzwecken beſtimmten Vögeln und eine mit denjenigen Hühnern, welche ſpäter als Schlachthühner verwertet werden ſollen. Erſtere erhalten hauptſächlich Körner und nur der Erſparnis wegen wenig Kartoffeln als zuſätzliches Nahrungsmittel, letztere mehr Kartoffeln und nur geringe Körnerration, die aber dann zu verſtärken iſt, wenn naßkalte Witterung eintritt. Erſtere werden zweimal, letztere dreimal am Tage gefüttert. Untermiſchung von abgebrühten Kleien unter die Kartoffeln und auch Einrührung von Dickmilch iſt anwendbar. Da die Hühner im Oktober weniger und nur kürzere Zeit als früher auslaufen können und daher die Inſektenaufnahme geringer oder ganz fehlen wird, muß der Züchter für entſprechenden Erſatz ſorgen. Er laſſe zu dieſem Behufe abgefallene Baumblätter an trockenen Tagen einſammeln, in Säcke füllen und dieſe unter Dach aufhängen. Mit dieſen Blättern laſſe er öfter, möglichſt jeden Tag, den Boden des Hühneraufenthaltsraumes beſtreuen. In ſolchem Laube finden die Hühner beim Scharren eine ziemlich große Menge von Infekten und deren Eiern. Das Laub dient alſo zu zwei Zwecken: zum Inſektenfinden und um die Hühner zur Bewegung zu veranlaſſen. Auch im Kückenraum iſt Laubeinſtreu empfehlenswert. Die Laubſtreu, welche aus dem Hühnerſtalle wieder entfernt wird, hat durch die anhängenden und mit derſelben aufgenommenen Exkremente keinen zu verachtenden Wert als Material zu guter Düngerbildung.

Die vorhandenen Kücken(man vergleiche Auguſt und September) müſſen in geſchloſſenen, größeren Räumen untergebracht werden und dürfen, wenn ſie ins Freie gelaſſen werden, naſſe Gras⸗ oder Kräuter⸗ beſtände nicht betreten. Man thut gut, mit ihrem Stalle einen be ſandeten Laufraum zu verbinden.

Daß den Hühnern und Kücken für den Fall, daß ſie nicht ins Freie auslaufen können, die Verabfolgung von Grünfutter in mäßigen Gaben zuträglich, ja notwendig iſt, bedarf als ſelbſtverſtändlich kaum der Erwähnung.