September. Oktober. 221
Truthühner. Von jetzt an bieten ſich für die Truthühner zwei vortreffliche, billige Nahrungsmittel: Bucheckern und Eicheln. Es giebt jetzt wieder, wenn der unter Auguſt gegebene Rat der Ausbrütung der Späteier befolgt worden iſt, Kücken, deren Aufzucht im September ſich leicht vollzieht und welche um die Weihnachtszeit als junge, 3 bis 4 Monate alte Schlacht⸗Truthühner zu hohen Preiſen leicht verkauft werden können.
Enten. Man fahre fort, alle Enteneier ausbrüten zu laſſen. Entenkücken ſind leicht aufzuziehen und wachſen ſehr ſchnell. Von Januar ab wird man im Beſitze junger ſchlachtreifer Entchen ſein, die noch vor den Hühnerkücken, von denen oben die Rede war, verkäuflich oder für den eigenen Tiſch verwendbar ſein werden. Solche Erſtlinge, ſeien es Enten⸗ oder Hühnerkücken, werden ſtets gekauft und gut bezahlt.
Das Wachstum der noch vorhandenen Jungenten befördere man nach beſten Kräften; ſie unterſtützen die bezüglichen Bemühungen durch ihre Gefräßigkeit. Schnecken mit und ohne Häuſer ſind ihnen neben tüchtigen Gaben von Fruchtkörnern und Kleien mit gekochten Kartoffeln ſehr dienlich.
Gänſe. Ausgiebige kräftige Ernährung bei Weidegang auf Wieſen. Das iſt beſonders für die jungen Gänſe nötig, welche zum Schlachten um die Martinszeit beſtimmt ſind. Wo Wieſen nicht zur Verfügung ſtehen, iſt Grünkraut dem Futter reichlich beizufügen, wenn möglich Salatblätter.
Im allgemeinen iſt für die Pflege von Geflügel zu beachten, daß der September den Übergang bildet aus der warmen, ſelbſt heißen Sommerzeit zum viel kühleren Herbſt und Winter: am Tage oft noch recht warm, nachts kühl, ſelbſt kalt. Die zu treffenden Vorſichtsmaßregeln ergeben ſich hieraus von ſelbſt.
Oktober.
Der Herbſt mit ſeinen Nebeln und kühlen Nächten iſt bereits da; die Tage werden kürzer, die Nächte länger und kälter; ſeltener als bisher erfreuen und erwärmen die trotz größerer Schwäche noch wohlthätigen Sonnenſtrahlen. Bald berauben nächtlicher Reif und eiſige Winde Bäume und Sträucher ihres herrlichen Blätterſchmucks und nicht ſeltéen fällt im Laufe des Monats kalter Regen oder auch Schnee vom Himmel herab. Der Züchter muß dieſer ungünſtigen Änderung der Jahreszeit Rechnung tragen. Seinen Pfleglingen würde dieſe ſchlecht bekommen, wenn er ſie in derſelben Weiſe behandeln wollte, wie er es bei den bisherigen günſtigeren Witterungsverhältniſſen gewöhnt war.
Beſonders iſt es das Volk der Haushühner, welches unter dieſen Umſtänden ohne Schutzvorrichtungen und ohne kräftige, wärmeſpendende Nahrung unterliegen könnte. Getreidekörner, Gerſte, Hafer und Mais ſind die jetzt vorzugsweiſe zu verwendenden Futtermittel. Sie erwärmen und ſind zugleich geeignet, die Hennen zur letzten Eierproduktion vor Eintritt des Winters anzuregen. Körnerfutter aber iſt teuer und


