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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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220 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

(Truthennen). Entenkücken wachſen ſchnell und leicht heran und können ſtets leicht verkauft werden. Es iſt unvorteilhaft, ſich das entgehen zu laſſen.

Sachverſtändige Auswahl des zu Zucht- und Ausſtellungszwecken mit beſonderer Sorgfalt weiter zu entwickelnden jungen Nachwuchſes aller Arten unſerer Pfleglinge iſt das Charakteriſtiſche des Züchtungs⸗ monats Auguſt.

September.

Die Zeit des Erwachſenſeins der Frühjahrsbruten, die Zeit, in welcher die Liebhaber und Züchter den Erfolg ihres Züchterfleißes mit mehr oder weniger Genugthuung und Stolz überſchauen können, die Zeit des Nachlaſſens ausgiebiger Eierproduktion, die Zeit der Mauſer, könnte wohl als das Ende der Züchtungskampagne des Jahres be⸗ trachtet werden und wird auch nicht ſelten ſo angeſehen. Das aber wäre eine ſehr irrige Anſicht. Die Züchtungskampagne iſt noch nicht vorüber. Im Gegenteil bringt der September noch manche mit ſchönen Erfolgshoffnungen gepaarte Züchterarbeiten, die gehörig auszunutzen allen Geflügelzüchtern jeder Richtung nicht dringend genug angeraten werden kann, wenn die zur Verfügung ſtehenden Räunlichkeiten es irgendwie zulaſſen.

Haushühner. Der Züchter, welcher ſeinen Vorteil verſteht, hat jetzt eine Anzahl 5 bis 7 Monate alter Junghennen zur Verfügung, welche ihre erſten Eier ſpenden und von Anfang November ab der Mäſtung unterworfen werden können zu ihrer Verwendung als Brat⸗ hühner(Poularden). Wird dieſen Junghennen ein kräftiger junger Hahn vom vorigen Jahre, der die Mauſer überſtanden hat, beigeſellt, ſo wird die Eierablage eine ausgiebige werden und alle Eier werden befruchtet ſein. Auch einzelne bereits durch die Mauſer gegangene ältere Hennen werden Eier legen. Man hat Eier in Fülle zum eigenen Gebrauch zur Verfügung oder der Eierverkauf wird zur Geldquelle. Aber beſſer noch können dieſe Eier verwertet werden, wenn man ſie ausbrüten läßt. Aber im September bis in den Oktober hinein brüten laſſen und von Mitte Oktober an und ſpäter Kücken erzüchten, was ſoll das? Gewiß wird die Aufzucht einige Schwierigkeiten bereiten, aber man ſcheue dieſelben nicht; die Gewinnausſicht iſt groß. Die Kücken werden von Ende Januar an bis in den März hinein das alsdann fehlende Federwild erſetzen alſo ſehr willkommen ſein und gern und viel gekauft werden.(Sogenannte Hamburger Schlachtkücken und Pou⸗ larden.) Selbſtverſtändlich müſſen die legenden Junghennen kräftige Nahrung erhalten(vorzugsweiſe Fruchtkörner, keine Kartoffeln) und möglichſt großen Laufraum haben.

Die auszurangierenden älteren Hennen, welche vor dem Beginn der Mauſer nicht haben beſeitigt und verwertet werden können, ſchaffe man nach Beendigung derſelben ab, da ſie vorläufig unproduktiv zu bleiben pflegen(Futtererſparnis und Raumgewinnung).