Auguſt. 219
Einwirkung; ferner ſei man auf größte Reinlichkeit bedacht. Zu dieſer gehört auch das tägliche Einſammeln der dügeneifeden diten ſie geben dem Hühnerhofe und Stalle ein vernachläſſigtes Ausſehen; ihr Einſammeln gewährt aber nebenbei durch ihre Verwertung eine wünſchenswerte Einnahme. Schon einige Zeit vor dem Beginn der Mauſer laſſen die Hennen mit dem Eierlegen, die Hähne mit ihren Liebesbezeugungen nach. Die Eier ſind meiſtens unbefruchtet und eignen ſich daher vor⸗ zugsweiſe zur Aufbewahrung, weil unbefruchtete Eier ſich länger friſch erhalten als befruchtete. Sie taugen natürlich nicht alle zur Bebrütung; nur bei den Zwergraſſen läßt man trotzdem Auguſteier ausbrüten, weil ſo ſpät im Jahre erbrütete Kücken im Wachstum zurückbleiben.— Nur die vom Frühjahre an ausgeſchlüpften Kücken mauſern im Spät⸗ ſommer oder Herbſte desſelben Jahres nicht. Sie ſind es, welche, wenn ſie frühreifen Raſſen angehören und früh im Frühjahre ausgeſchlüpft ſind, durch Ablegung ihrer erſten Eier den im Auguſt und September eintretenden Eiermangel erſetzen(Crève⸗coeur⸗ und Houdan⸗Kücken im Alter von 4 ½ bis 5 Monaten, Minorka⸗ und Italiener Kücken in dem von 5 ½ bis 6 Monaten).— Frühbrutkücken, welche nicht als Zucht⸗ tiere Verwendung finden ſollen oder können, ſind von Ende Auguſt an zur Erzeugung von gemäſteten Schlachthühnern(Poularden) ver⸗ wendbar. Es iſt alſo angezeigt, unter den Junghühnern die entſprechende Auswahl zu treffen und die für Zuchtzwecke geeigneten von den übrigen abzuſondern. Tadelloſer Bau und tadelloſe Befiederung ſind hierbei maßgebend.
Truthühner werden, wo dies möglich, zur Weide auf Stoppel— felder getrieben, die ſie nicht nur von ausgefallenen Fruchtkörnern, ſondern auch gründlich von allen Arten von Inſekten reinigen.— Trut⸗ hennen machen nicht ſelten Mitte Juli und im Auguſt ein zweites Gelege. Es iſt vorteilhaft, ſo viele dieſer Eier ausbrüten zu laſſen, als ſich irgendwie mit der Unterbringung der zu erwartenden Nachzucht verträgt, denn dieſe iſt ſpäter leicht verkäuflich und bringt ein ſchönes Stück Geld ein. Zu Zuchttieren eignen ſich dieſe Spätbruten nicht; dieſelben ſind aus den Frühjahrsbruten ſorgfältig auszuwählen.
Gänſe bedürfen während der wärmeren Monate Waſſer, auf dem ſie ſchwimmen und in dem ſie Toilette machen können, und Weidegang auf Grastriften oder Stoppelfelder. Mangels fließenden oder ſtehenden Gewäſſers verſchaffe man ihnen wenigſtens oft zu erneuerndes Waſſer in flachen Trögen.
Den jungen Gänſen füttere man, falls ſie nicht auf die Weide gehen können, Grünfutter in größerer Menge; die gleichzeitige Ver⸗ fütterung von Fruchtkörnern befördert ihre Entwicklung ſehr.—
Enten. Viel Waſſer erleichtert außerordentlich die Mauſer; man verwende da, wo den Enten kein loß endes Waſſer oder Teich zur Ver⸗ fügung ſteht, die Sorge darauf, das Waſſer noch öfter als gebräuchl ich zu erſetzen und womöglich ſeine Menge zu vergrößern.— Legen einzelne Enten, was nicht ſelten vorkommt, ſo laſſe man die Eier ausbrüten


