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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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218. Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

erhält man delikate Braten; vorteilhafter aber iſt es und auch gebräuch⸗

licher, ſie älter werden und ihre Muskulatur behufs Fleiſchbildung

erſtarken zu laſſen, bis ſie um Martini als Martinsgänſe gewürdigt werden können; für jetzt iſt daher Weidegang auf Triften, ſpäter auf Stoppelfelder angezeigt, auch für künftige Zuchtgänſe ſehr erſprießlich, aber leider nicht ſtets und überall ausführbar.

Enten. Mit kräftigen Nahrungsmitteln genährte Entenkücken, 6 bis 8 Wochen alt, ſind geſuchte Ware. Friſche junge Erbſen mit gebratenen jungen Entchen iſt ein bekanntes, ſehr geſchätztes Gericht; und Braten, hergeſtellt aus 4 bis 5 Monate alten gemäſteten Jungenten, ſind nicht weniger ausgezeichnet und ſolche Tiere leicht verkäuflich. Zur Ernährung dienen im Juli geſchrotete und aufgequellte Fruchtkörner und mit dicker Milch eingerührte Kleien; Fleiſchzuſatz oder Würmer und grüne Pflanzen dürfen, wo kein natürliches Waſſer verfügbar iſt, nicht fehlen. Dieſelbe Behandlung iſt ſolchen Jungenten zu geben, welche zu Zuchtzwecken Verwendung finden ſollen.

Auguſt.

Noch iſt die heiße Jahreszeit nicht vorüber, wenn auch allmählich infolge der kühleren Nächte die Tageswärme ſich mildert. Deshalb ſind alle unterJuli empfohleneu Schutz- und Vorſichtsmaßregeln gegen die Einwirkungen großer Hitze und gegen andere Krankheitserreger nicht zu vernachläſſigen. Reinlichkeit in den Ställen und Laufräumen und Lüftung der erſteren, dieſe erſten Grundbedingungen des Gedeihens allen Geflügels, der Jahreszeit entſprechende Modifikation der Nahrung(viel Grünfutter bei Mangel an freiem Auslauf) und Verſorgung mit möglichſt kühlem, reinem und häufig erneutem Trinkwaſſer belohnen des Züchters Fürſorge. Sollten aber trotzdem Krankheiten ſich einſtellen, ſo iſt es nur in den ſeltenſten Fällen, d. h. bei ſehr wertvollen Vögeln oder leichten, nicht anſteckenden Krankheiten geraten, Heilungsverſuche zu machen: die Kranken abſondern und mit entſprechenden Heilmitteln zu behandeln. Im allgemeinen iſt es beſſer, einige erkrankte Vögel zu opfern, als langwierige, nur ſelten von Erfolg gekrönte, mediziniſche Behandlung eintreten zu laſſen. Aufmerkſame Beobachtung der Geflügel⸗ beſtände, Einfangen und Unterſuchung nur im geringſten Verdächtiger, Abſonderung derſelben zu fernerer Beobachtung und ſchnelle Beſeitigung im Falle, daß anſteckende Krankheit auch nur vermutet wird, ſind die anzuratenden Schutzmittel, die übrigens, wenn die eingangs empfohlene Pflege gehandhabt wird, ſchwerlich ſich als notwendig erweiſen werden.

Das Volk der Haushühner tritt im allgemeinen um die Mitte des Auguſt(je nach der Witterung früher oder ſpäter) in die Mauſer ein. Der Verluſt ihrer Bekleidung und der Erſatz derſelben erzeugt eine Art Unpäßlichkeit. Man vermindere die Körnerration und erſetze ſie zum Teil durch kräftiges Weichfutter und animaliſche Nährmittel. Tritt kühle, beſonders regneriſche Witterung ein, ſo ſchütze man die teilweiſe ihres Kleides Beraubten ſo viel als möglich vor deren dirokter