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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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216 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

Steinplatten und Pflaſter, ſo hört binnen ſehr kurzer Zeit, meiſt nach einigen Tagen, die Brütluſt auf.

Es giebt jetzt wohl bereits befiederte Kücken verſchiedenen Alters. Viel Bewegung und hauptſächlich Fruchtkörnernahrung befördern das Wachstum; man vermeide fettbildende Nahrungsmittel, beſonders Kartoffeln.

Sehr bald beginnen die jungen Hähnchen den jungen Hennen ſich

liebend zu nahen; es iſt das für dieſe und nicht minder für jene

ſchädlich; Trennung der Geſchlechter iſt angezeigt oder, falls man keine Hähne erzüchten will, baldiges Schlachten der männlichen Kücken. Das Verſchneiden(Kapaunieren) der letzteren kann nicht befürwortet werden; es iſt das eine grauſame Tierquälerei und zudem keine vorteilhafte, weil ſtets einige Kapaunierte eingehen und jeder Kapaun bis zu dem Momente, daß er geſchlachtet werden kann, unverhältnismäßig viel Nahrung bedarf, alſo einen ſehr teueren Braten abgiebt. Können die Hähne von den Hennen getrennt erzüchtet werden, ſo giebt ein 4 bis 6 Monate alter Jungfernhahn einen mindeſtens ebenſo guten Braten, wenn nicht beſſeren, als der Kapaun; auch bietet eine ebenſo alte ge⸗ mäſtete Junghenne vorzüglichen Erſatz für dieſen.

Um nicht unnütze Freſſer ernähren zu müſſen, nehme man nach

der Befiederung der Kücken von Zeit zu Zeit Ausleſe vor, um die⸗

jenigen zu beſeitigen, welche mit Fehlern irgend welcher Art behaftet ſind. Für Züchter, welche Fleiſchproduktion bezwecken, iſt der Juni noch vollauf als Brütmonat auszunutzen, um von Anfang November an mäſtbare Junghähne und Junghennen zur Erzeugung von Poularden zur Verfügung zu haben.

Die jungen Truthühnchen bedürfen zum Gedeihen viel Bewegung und befinden ſich beſonders wohl, wenn ſie zwiſchen Sträuchern und im Graſe auf Inſekten Jagd machen dürfen. Man hüte ſie vor direkter Einwirkung heißer Sonnenſtrahlen; daher empfiehlt es ſich, ſie von vor⸗ mittags 10 Uhr an bis nachmittags 4 Uhr unter irgend einer Schatten ſpendenden Bedachung in Luft zulaſſender Vergitterung eingeſchloſſen zu halten. Bei ſtarkem Tau und bei Regen dürfen ſie nicht ins Freie gelaſſen werden.

Über die Aufzucht der Perlhuhnkücken in ihrer erſten Lebenszeit ſiehe unter Mai.

Die Pfaukücken ſind wie dieſe zu behandeln. Wenn dieſelben von einer Pfauhenne geführt werden, ſo bringe man ſie zum Nacht⸗ aufenthalt in einen Raum, der keine Sitzſtangen hat, weil es vorkommt, daß die Pfauhenne ihre Jungen, bevor dieſelben noch nicht befiedert ſind, des Abends verläßt, um einen erhöhten Sitz einzunehmen.

Enteneier kann man noch bebrüten laſſen, um im Spätherbſte ſchlachtreife Jungenten zu erhalten.

Juli.

Groß iſt die Freude, groß der Genuß und nicht geringer die Ge⸗ nugthuung für den züchtenden Geflügelfreund, die Schar des nunmehr