Mai. Juni. 215
Feuchtigkeit(auch vor gegen Abend eintretendem Nebel und Tau). Die Ernährung iſt dieſelbe wie die der Haushuhnkücken, jedoch iſt öftere Fütterung als bei dieſen, etwa 6 mal am Tage, erforderlich.
Pfauen beginnen von Mitte oder Ende des Monats an zu brüten. Man kann Pfaueneier auch durch Truthennen ausbrüten und durch dieſe die Jungen führen laſſen. Brütet eine Pfauhenne, ſo muß ſie vor dem Zutritte des Pfauhahns geſichert werden, welcher das Zerbrechen von Eiern veranlaſſen würde. Futter und Waſſer müſſen der Henne nach Belieben zugänglich ſein.
Zur Aufzucht der Gänſekücken(ſiehe April) ſei bemerkt, daß ſie einer beſonders kräftigen Ernöhrung und aufmerkſamen Pflege, beſonders Schutz vor Naßwerden(Schwimmen ausgenommen) bedürfen, ſobald das Hervorſprießen der Federn beginnt, was im Alter von vier bis ſechs Wochen der Fall zu ſein pflegt.
Enten. Es iſt vorteilhaft, auch noch in dieſem Monate Enteneier bebrüten zu laſſen; giebt es brütige Enten, ſo ſetze man, wenn man eine größere Kückenanzahl zu erhalten wünſcht, Haus⸗ oder Truthuhn⸗ hennen gleichzeitig, damit man die Kücken ſämtlich von den Enten führen laſſen kann.
Juni.
Wenn Jemand über Füchtungsadsſüchten und Züchtungserfolge, ſoweit das Wetter ſie beeinflußt, wahrſcheinliche Mutmaßungen auf⸗ ſtellt, ſo kann er in der Regel nur für gewiſſe begrenzte Bezirke das Richtige treffen, da im Norden und im Süden, im Oſten und im Weſten größere Witterungsunterſchiede ſich geltend zu machen pflegen und nur äußerſt ſelten dieſelbe Wetterlage von Metz bis zur ruſſiſchen Grenze, vom Boden⸗ bis zur Nord⸗ und Oſtſee die deutſchen Züchter gleichmäßig erfreut oder bekümmert und ärgert. Der Juni mag ausfallen wie er will, er iſt überall der Aufzucht ſelten ungünſtig, ſelbſt wenn er regneriſch werden ſollte. Was beim Brüten, was bei der Aufzucht zu beobachten, iſt im a llgemeinen dasſelbe, wie in den vorhergehenden Monaten, nur beobachte man, daß für vermehrte Lüftung der Ställe und Aufzuchts⸗ räume und ſtets friſches kühles Trinkwaſſer geſorgt werde, daß bei ein⸗ tretender Hitze Schatten ſpendende Schutzräume dem Geflügel, beſonders dem jungen Nachwuchſe, zur Verfügung ſtehen und daß letzterer möglichſt uneingeſchränkte Bewegung ſich machen kann, ohne welche kräftige Muskelausbildung und gedeihliches Wachſen nicht in genügendem Maße möglich ſind. 1
Bei den Haushühnern pf flegt ſich vermehrte Brütluſt der Hennen einzuſtellen; wie früher Mangel, ſo giebt es jetzt bald Überfluß an Bräterinnen. Ich möchte hier ein Wort dafür einlegen, daß man keine quälenden Mittel anwende, den Hennen die Brütluſt zu nehmen, wie Eintauchen in kaltes Waſſer und gar Aufbinden eines Strohbündels auf den Rücken. Entzieht man der brütluſtigen Henne jede Gelegenheit zur Neſtbildung und ſetzt man ſie mit übergeſtülptem vorbe auf kühle


