April. 213
April.
Der wetterwendiſche April wird ſchwerlich ſo viele ſonnenſchein⸗ reiche Tage liefern, als wir bereits im März gehabt haben, und es gilt, die Kücken, überhaupt das Geflügel exkl. Gänſen und Enten vor dem zu erwartenden häufigen Regen zu ſchützen. Möge derſelbe nicht kalt, ſondern recht mild ſein zum Heile des Gedeihens unſerer Pflanzen und unſerer lieben Pfleglinge!
Haushühner. Es iſt höchſte Zeit, das nachzuholen, was im März in betreff des Eierausbrütens verſäumt worden iſt. Jetzt gilt nicht mehr die Entſchuldigung vor dem eigenen Gewiſſen, daß Brüte⸗ rinnen nicht mehr zu beſchaffen ſeien. Brütige Haushühner ſind nicht mehr ſelten und Truthühner brüten jetzt ungezwungen. Man verſäume nicht, während der allergünſtigſten Aufzuchtszeit des Jahres, von Mitte April bis Ende Mai, eine genügende Kückenanzahl in Pflege zu haben. Truthennen können zweimal hintereinander auf Haushuhneiern brüten; ihre erſten Kücken laſſe man durch gleichzeitig geſetzte Haushuhn⸗ oder Truthuhn⸗Hennen führen; eine Truthuhn⸗Henne kann bis 50, eine große Haushuhn⸗Henne bis 25 Haushuhnkücken führen, jedoch muß hierbei für gut geſchützten, warm gelegenen Nachtaufenthaltsraum geſorgt werden.— Hühnern, die keinen Auslauf ins Feld haben, laſſe man es an Grün⸗ futter nicht fehlen und verabfolge ihnen zuweilen, als Erſatz von Würmern und Inſekten, etwas Fleiſch oder friſchen Käſe, aber den⸗ jenigen Hennen, deren Eier verzehrt werden ſollen, nur in mäßigſter Gabe, damit die Eier keinen unangenehmen Geſchmack erhalten.
Truthühner ſind von Ende März oder Anfang April an brüt⸗ luſtig und laſſen ſich ſehr willig benutzen. Man hebe ſie täglich zu derſelben Zeit vom Neſte und wieder auf dasſelbe oder überwache das Beſteigen desſelben beſonders dann, wenn mehrere Truthennen in dem⸗ ſelben Raume brüten ſollten. Es iſt aber beſſer, dieſes zu vermeiden, weil, wenn eine Truthenne aus irgend einem Grunde ihr Neſt verläßt und eine zweite brütende die unbedeckten Eier ſehen ſollte, dieſe nicht ſäumt, ſich auf dieſelben zu begeben, wodurch bei Rückkehr der im Korbe berechtigten Henne Streit und Eierbruch entſteht. Wer nur zwei oder drei Truthennen gleichzeitig brüten läßt, wird ſie leicht in verſchiedenen Räumen unterbringen können, wenn nicht, ſo verſchließe er die Brutkörbe durch weitläufig geflochtene Weidendeckel.— Die Aufzucht der Trut⸗ huhnkücken iſt als ſchwierig verſchrieen. Es iſt damit bei richtiger Behandlung nicht ſo ſchlimm beſtellt. Sie freſſen nicht ſo bald wie Haushuhnkücken, aber richtiges Futter, kein Brot, ſondern Ameiſenpuppen oder kleine Regenwürmer oder Regenwürmerteile nehmen ſie unſchwer an und lernen auch bald die übrigen für Kücken gebräuchlichen Auf— zuchtsnährmittel genießen. Das gebräuchliche Eingeben von Pfeffer⸗ körnern iſt ſchädlich und kann ſogar tödlich wirken.
Perlhühner und Pfauen legen. Man benutze Truthennen zum Ausbrüten der Eier.


