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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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212 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

Monate, erſtere zur Erzüchtung prächtiger Zucht⸗, Verkaufs⸗ und Aus⸗ ſtellungs⸗Vögel, letztere zur Erlangung von bereits Ende Auguſt lege⸗ reif werdenden oder als Maſthühner vom Herbſte an brauchbaren Junghühnern.¹) In betreff der Fütterung der Hühner gilt dasſelbe, was unter Februar angegeben worden iſt.

Die Pflege der Kücken muß als bekannt vorausgeſetzt werden. Dennoch ſeien als erſte Nährmittel empfohlen: Trockenes, nicht ge⸗ ſäuertes, in friſcher Milch erweichtes, fein zerhacktes Brot; ſogenannter Eierkäſe und klein geſchnittene Brunnenkreſſe vermiſcht mit Brot oder auch hartes, mit der Schale fein zerhacktes Ei, gemiſcht mit Brot, aber nur als Ausnahmefutter(man ſiehe hierüber das im Abſchnitte von der Ernährung Geſagte Seite 92). Fütterung viermal regelmäßig und mit den angegebenen Futtermitteln abwechſelnd. Alles ſtets täglich friſch bereitet.

Truthühner. März iſt die Haupteierlegezeit. Man nehme die Eier täglich aus den Neſtern, ſchreibe das Datum darauf und laſſe ſtets eins, welches man mit einem Bleiſtiftſtriche quer umzieht, liegen, das man aber am folgenden Tage durch ein neu bezeichnetes erſetzt. Auch den Truthühnern vermehre man während der Legezeit die Körner⸗ration.

Gänſe. Das Eierablegen beginnt oder hat begonnen. Bei Ent⸗ nahme der Eier aus den Neſtern verfahre man, wie es vorſtehend für Truthuhneier angegeben worden iſt. Man ſorge, daß der Gans, welche ihr Neſt ſelbſt zu vervollkommnen pflegt, die dazu geeigneten Materia⸗ lien: Stroh⸗ oder Grashalme, trockene Blätter, Moos u. dergl., zugäng⸗ lich ſind. Im übrigen wie im Februar.

Enten. Man laſſe aus den unter Februar angegebenen Gründen möglichſt viele Enteneier durch Hühner oder Brütmaſchinen ausbrüten. Auch zur Erzüchtung möglichſt kräftiger Zuchtenten ſind Frühbruten empfehlenswert.

Man ſorge, daß den Entenkücken Waſſer zugänglich iſt, welches durch Zugießen heißen Waſſers etwas angewärmt iſt, wenn nicht Sonnenwärme dies beſorgt und den Zugang zu natürlichem Waſſerlauf uläßt. Entenkücken aufzuziehen, ohne daß ſie aufs Waſſer kommen, iſt inſofern ſchädlich, als ihre wollartige Bekleidung ſchmutzig wird und dem Körper ankleben könnte, was zu Erkältungskrankheiten führen würde. Neben den für Hühnerkücken angegebenen Nahrungsmitteln, exkl. Brunnen⸗ kreſſe, die durch Salat zu erſetzen iſt, füttere man Regenwürmer oder klein zerhacktes Fleiſch in geringen Gaben und ſpäter als deſſen Erſatz ausgedrückten weißen Käſe mit angefeuchtetem ungeſäuertem Brot oder auch Weizenkleie vermiſcht. ¹) Für denjenigen, der Hühnerzucht nur durch Eier⸗ und Fleiſchproduktion ausnutzen will, ohne Erzüchtung von Zuchtſtämmen zu betreiben, iſt es vorteil⸗ hafter, die Eier im März bis in den Mai hinein, ſo lange als ſie teuer ſind, zu verkaufen, als ſie bebrüten zu laſſen, mit Ausnahme der wenigen, welche durch Bebrütetwerden den Herbſterſatz in Zuchtſtamme liefern ſollen.