März. 211
März.
Trockenheit und Wärme ſind unerläßliche Bedingungen zu gutem Gedeihen des ganzen Hühnergeſchlechtes, aber auch der Kücken des Waſſergeflügels. Da nun im Monat März gewöhnlich erſtere vor⸗ herrſcht— es giebt freilich auch Ausnahmen— und bei heiterem Himmel freundliche Sonnenblicke oft recht angenehm ſich fühlbar machen, ſo ſollte man annehmen, daß der März der erſte Wonnemonat des Geflügelzüchters ſei. Das wäre er gewiß, wenn die herrſchenden Winde nicht oft gar zu rauh wären, wenn unwandelbare Wetterbeſtändigkeit ſtets dieſen Monat zierte, wenn nicht der Nordoſtwind und die Wetter⸗ unbeſtändigkeit dem Züchter eine mühevolle Sorge für den Schutz der zarten Vögelchen, welche von Ende Februar an aus den Eiern ſchlüpfen, auferlegte und wenn immer die erforderliche Anzahl guter Brüterinnen leicht zu beſchaffen wäre, um die vielen ſchönen Eier, welche Hühner und Enten reichlich ſpenden, in lebende Weſen umzuwandeln.
Mühen und Sorgen alſo giebt es im März für den Züchter eine Menge, aber der Züchterfreuden auch nicht wenige: Herrichten guter Neſter, Einſammeln der Eier, Auswahl und Setzen der Brüterinnen und deren Wartung und herzerquickende Freude an dem jungen Nachwuchſe und ſeiner Pflege, beſonders dann, wenn in irgend einer vor dem Winde wohlgeſchützten Ecke des Kückenlaufraumes in der warm hernieder⸗ ſcheinenden Sonne ein munteres Kückenvolk behend ſich tummelt und berechtigte Hoffnung erweckt auf recht günſtigen Zuchterfolg.
Als Brüterinnen ſind die ſonſt allezeit willigen Truthennen nicht mehr verwendbar, da ſie Ende Februar oder Anfang März zu
legen beginnen; ſie ſtehen aber von Ende dieſes Monats oder dem
Anfange des April an wieder zur Verfügung. Bis dahin müſſen Haushuhnhennen früh brütig werdender Raſſen die Bebrütung der Eier übernehmen und bei größerem Betriebe Brütmaſchinen. Dorking⸗, Langſhan⸗, Kochinchina⸗ und Brahmaputra⸗Hennen wollen nicht ſelten ſchon im März brüten, ebenſo einige Zwerghühnerraſſen. Der Nutzen der Brutmaſchinen wird nicht genug anerkannt und gewürdigt, wohl deshalb, weil nur wenige Züchter in größerem Maßſtabe die Züchtung betreiben, aber auch weil dieſe Apparate für zu viele Eier konſtruiert zu ſein pflegen; kleinere Maſchinen für 50 bis 100 Eier würden für die bei weitem meiſten Züchter genügen.
Haushühner ſind vollſtändig im Legen begriffen. Man ver⸗ ſäume nicht, jedes aufgenommene Ei mit Datum zu beſchreiben, oder die an demſelben Tage geſammelten Eier in Eierkäſten aufzubewahren, welche das Datum des Einſammlungstages tragen. Der Eiervorrat wird leicht zu groß. Brüten laſſen, ſo viel als irgend möglich, ſollte für dieſen Monat das Hauptgeſchäft ſein. Früh erbrütete Hühner ſind gleich wertvoll für den Raſſegeflügelzüchter, wie für den, welcher die Hühnerzucht durch Eier oder Fleiſcherzeugung ausnutzen will. Beide finden im April und Mai die für gedeihliche Aufzucht geeignetſten
14*


