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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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210 Sechſter Abſchnitt. Geflügel⸗Pflege⸗ und Züchtungsregeln.

Noch iſt es Zeit, die Zuchtſtämme zuſammenzuſetzen oder ihre Zuſammenſetzung zu verbeſſern; nur bei Enten der größeren edlen Schläge iſt es dazu bereits zu ſpät. Beſondere Aufmerkſamkeit richte man auf die Tauglichkeit der männlichen Vögel, da von ihrer Kraft und ihrem Temperamente die Befruchtung der Eier abhängt und ihre Bauart die geſamte Nachkommenſchaft beeinflußt. Sehr wichtig iſt die Verhältniszahl der weiblichen Vögel zum männlichen: Bei der noch kälteren Witterung gebe man einem Hahne bis höchſtens 8 Hennen bei, einem Dorkinghahne aber höchſtens 6, einem Kochinchina⸗ oder Brahma⸗ putrahahne nur 4, einem Truthahne 3 6, dem Perlhuhnhahne höchſtens 6, dem Pfau bis zu 5, dem Gänſerich 45, dem Erpel 4, höchſtens 6.

Das Haushuhn iſt bereit, Eier zu legen(einzelne Hennen haben ſchon im Januar damit begonnen). Es iſt notwendig, die Eierlege⸗ thätigkeit anzuregen durch Unterdrückung fettbildender, alſo mehl⸗ haltiger Nahrungsſtoffe, beſonders der Kartoffeln; man füttere aus⸗ ſchließlich Fruchtkörner, beſonders Hafer, ohne Grünfutter und hier und da etwas Fleiſch auszuſchließen.

Die Februareier ſind von beſonderem Werte zur Erlangung von Frühbruten behufs Erzüchtung von Junghennen, die von Ende Auguſt an mit dem Eierablegen beginnen, von kräftigen Zuchtvögeln oder von Schlachtgeflügel, namentlich Schlachtkücken, die im Frühjahre beſonders hoch bezahlt werden. Alſo: Alle Eier bebrüten laſſen durch Truthennen oder auch andere Hennen, wenn zufällig brütig. Auf⸗ zucht der Kücken in geſchloſſenen, nur bei kaltem Regen⸗ oder Froſt⸗ wetter zu heizenden, ſtets gut ventilierten hellen Räumen; jeder Sonnen⸗ ſtrahl iſt zu kurzem Aufenthalte im Freien auszunutzen.

Bei den Truthühnern beginnen die Hähne den Hennen den Hof zu machen, aber auch untereinander ſich Kämpfe zu liefern; es iſt gut, letzteres zu hindern, um größere Beſchädigungen zu vermeiden. Die Nahrung ſei die gewöhnte. Die Hennen können bis Mitte Februar noch zum zwangsweiſen Brüten auf Hühnereiern benutzt werden; ſie ſind in dieſer Beziehung unbezahlbar.

Perlhühner und Pfauen legen nicht vor April.

Die Gänſe beginnen ſich zu paaren. Man ſorge, daß denſelben, wenn irgend möglich, ſo tiefes Waſſer zugänglich ſei, daß die Begattung auf demſelben erfolgen kann wegen guter Eibefruchtung. Neſtbildung durch auf der hohen Kante ſtehende Bretter, von denen das vorderſte nur niedrig ſein darf; als Neſtmaterial benutzt man einen Strohkranz und weiches Stroh, auch Spreu.

Enten der größeren veredelten Schläge, beſonders die Rouen⸗ Enten, beginnen nicht ſelten ſchon Ende Januar oder im Februar Eier zu legen; unſere gemeine Hausente in der Regel erſt im März. Enten⸗ frühbruten ſind ſehr koſtbar, teils zur Erlangung frühreifer junger Schlachtenten, teils zur Erzeugung von Enten, welche im Herbſte Eier ablegen. Vorteilhaft iſt es daher, alle vorhandenen Enteneier im Fe⸗ bruar durch Haushuhn⸗ oder Truthuhn⸗Hennen ausbrüten zu laſſen.