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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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206 Fünfter Abſchnitt. Geſundheitspflege, Krankheiten.

Entzündungen in den Eingeweiden und Störungen in den Funktionen der Geburtswege, die manchmal den Tod des Tieres herbeiführen.

Die Abnormitäten in der Bildung des Eies, die doch auch in krankhaften Störungen der Genitalorgane ihren Grund haben, wie Eier mit Doppeldotter, mit doppelter Schale, Wind⸗ und Spureier ec., ſind ſchon früher erwähnt, und nur nochmals möge hier dringend darauf hingewieſen werden, den Tieren zur Vermeidung dieſer Erſcheinungen reichliche Kalkgaben im Futter oder auch in freien Gaben dieſer Stoffe zu geben, wie Knochenmehl, Mörtel, gebrannte Auſternſchalen, Eiſchalen ꝛc.

6. Außere Verletzungen und Vergiftungen. Bei erſteren, die durch freies Herumſtreichen leicht entſtehen können, wie Verletzungen durch die Dornen an den fleiſchigen Teilen, Kämmen oder Augen, durch Steinwürfe oder ſonſt durch irgend eine Art, müſſen die ver⸗ letzten Teile gut ausgewaſchen und dann mit geſalzener Butter oder Kollodium oder antiſeptiſch behandelt werden. Sind die Wunden bedeutend, ſo können auch kalte Umſchläge von guter Wirkung ſein. Bei den Hühnern mit Federhaube leiden öfters die Augen durch die herabhängenden Federn, wo dann kühlende Umſchläge, Waſchungen mit Fenchelwaſſer, Talgpflaſter am Platze ſind. In dieſem ſpeciellen Falle iſt am beſten ein Verkürzen der Federkrone.

Häufig kommen auch Quetſchungen vor, wo dann Arnikatinktur die beſten Dienſte leiſtet. In den zahlreichen Fällen, wo Brüche der Beine oder Flügel zu behandeln ſind, helfen im erſteren Falle feſte Schienen, die durch Umwickelung des verletzten Teiles mit braunem Löſchpapiere, das mit Eiweiß getränkt wird und beim Trocknen erhärtet, oder auch Schienen aus Holz, in die man auf möglichſt beſte Art das verletzte Glied feſt macht. Bei Verletzungen der Flügelknochen iſt ein feſtes, dichtes Zuſammenbinden der in gehörige Ordnung gebrachten Schwungfedern, etwa 2 bis 3 cm von ihrer Spitze, und eine breite Bandage über beide Flügel zu empfehlen.

Die Beinbrüche heilen meiſt in kürzeſter Zeit, während Fleiſch⸗ wunden oder Quetſchungen eine längere Behandlung erfordern. Bei ſtarken Blutungen müſſen blutſtillende Mittel angewendet werden, z. B. blutſtillende Watte(Eiſenchlorürlöſung), Zunder, Schwamm, ſchwefelſaures Eiſen, Aſche ꝛc. Tritt ſogenanntes wildes Fleiſch auf, ſo muß es durch Betupfen mit Höllenſtein entfernt werden. Notwendig iſt es, die Verwundeten vom übrigen Geflügel zu trennen, da letzteres in ſeiner Gier nach animaliſcher Nahrung an den Wunden pickt und ſo die Heilung erſchwert.

Gefährlich für das Geflügel iſt der Eintritt hoher Kältegrade, indem ſehr leicht ein Erfrieren der Extremitäten, namentlich der Kämme und Kinnlappen bei den Hühnern, eintreten kann. Tüchtiges Reiben der erfrorenen Teile mit Schnee, Baden im kalten Waſſer, Einreibungen der empfindlichen Teile mit Ol, ſo daß ſich beim Trinken kein Waſſer anſetzen kann, ſind gute Vorbeugemittel. In vielen Fällen gehen die