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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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Fünfter Abſchnitt. Geſundheitspflege, Krankheiten. 205

Spitze in den Ovidukt einführt oder mittelſt einer ölgetränkten Feder Abhilfe geſchaffen werden. Dr. Baldamus führt mit Recht als das beſte Mittel an, den Patienten heißen Waſſerdämpfen auszuſetzen.Ein ſogenannter Durchſchlag wird in einen mit heißem, dampfendem Waſſer zur Hälfte gefüllten Topf gehängt, ſo daß der Boden des Durchſchlages noch einige Centimeter von dem heißen Waſſer entfernt bleibt; über denſelben wird ganz locker ein ziemlich engmaſchiges Netzchen geſpannt, das bis nahe an den Boden des Durchſchlages hinabgedrückt wird, und darüber wieder ein ähnliches ſtraff angezogen. Zwiſchen beide Netze wird der Patient geſetzt, der Topfrand und das Neſt bis auf eine kleine Offnung, welche jener zum Atmen braucht und aufſucht, mit einem Tuche bedeckt, und ſo der Vogel ſich ſelbſt überlaſſen. Würde das Ei bis abends nicht gelegt, ſo wird der Topf in eine nicht zu warme Ofenröhre auf den Ofen oder ſonſt wo warm geſtellt und mit ſehr ſeltenen Ausnahmen iſt der halbtot eingeſetzte Vogel am Morgen friſch und munter, während das gelegte Ei unverletzt auf dem Boden des Durchſchlages ſich befindet.

Dieſe günſtigen Reſultate wurden mit Stubenvögeln erzielt, aber ſicherlich ließen ſie ſich auch mit gleichem Erfolge bei dem übrigen Geflügel anwenden. In beſonders ſchwierigen Fällen bleibt, wenn alle angegebenen Mittel nichts helfen, nur das gewaltſame Entfernen des Eies übrig. Das Ei wird angebohrt, der Inhalt auslaufen gelaſſen, worauf die Schale bald von ſelbſt nachfolgen wird. Auch das Heraus⸗ ziehen des Eies mittelſt eines kleinen, ſpitzigen Drahthäkchens kann von Erfolg ſein. Die Folgen ſolcher Schwergeburten, beſonders bei ſehr großen oder doppeldotterigen Eiern, iſt gewöhnlich das Heraus⸗ treten des Legedarms, der Kloake. Die Kontraktionsmuskeln verſagen ihre Thätigkeit, und meiſtens bleibt eine Schwäche zurück, die nicht heilbar iſt. Dann hilft ein ſchleuniges Abſchlachten über alle Verlegenheit. Abſonderung des erkrankten Tieres iſt dringend geboten, da die übrigen Tiere mit Vorliebe an dem herausgetretenen Darme picken, indem ſie denſelben für rohes Fleiſch anſehen, worauf infolge der Verletzungen Krebs oder Brand eintreten, wo dann jede Hilfe vergebens wäre. Die herausgetretene Kloake wird mit lauem Waſſer ſorgfältig abgewaſchen, ebenſo die ganze Aftergegend; dann drückt man behutſam mit dem Daumen den Legedarm zurück, nachdem man denſelben gut mit Ol beſtrichen, was ſo oft wiederholt wird, als ſich der Vorfall erneuert, wozu längere Zeit Neigung vorhanden iſt. Entziehung jedes reizenden Futters, knappe Diät und Ruhe bringen das Tier bald wieder in normalen Zuſtand. Bei älteren Tieren etwickelt ſich häufig infolge der Eierproduktion ein Hängebauch, beſonders bei Hennen und Gänſen. Gefährlich iſt dieſer Zuſtand nicht und zumeiſt nur ein Schönheitsfehler; allein gewöhnlich ſind damit Störungen des Organismus verbunden, indem die Muskeln, welche den Magen in ſeiner Lage zu halten haben, erſchlaffen, ſo daß er in den Unterleib ſinkt und dieſen Hängebauch veranlaßt. Die Folgen davon ſind Unregelmäßigkeit in der Verdauung,