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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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Fünfter Abſchnitt. Geſundheitspflege, Krankheiten. 201

der Verdauung hervor. Das Tier macht vergebliche Verſuche, ſich zu erleichtern, es geht unruhig und traurig umher und zeigt deutlich aus⸗ geſprochenes Unbehagen. Strenge Ditt, leicht lösliche Futterſtoffe, reich⸗ liche Gaben an Grünfutter, Sauerkraut ꝛc., ſowie etwas Safran im Waſſer wirken erleichternd. In hartnäckigen Fällen thun Ricinusöl oder Klyſtiere von überſchlagenem kaltem Waſſer oder ſelbſt von Ol gute Dienſte. Treten Entzündungen am Unterleibe ein, ſo helfen die bereits beſprochenen Mittel meiſt in kurzer Zeit. Oefele empfiehlt bei leich⸗ teren Fällen Tamarindentinktur, bei hartnäckigerem Auftreten Nux vomica.

Schwindel und Schlagfluß ſind Krankheitserſcheinungen, die durch ungewöhnlichen Blutandrang gegen das Gehirn infolge von Hitze oder anderen phyſiologiſchen Einflüſſen hervorgerufen werden. Die Tiere taumeln wie trunken, laufen im Kreiſe herum, fallen nach einigen Minuten wie leblos hin, um, wenn ſie ſich erholt haben, dasſelbe Treiben nach kurzer Zeit wieder zu beginnen. Ein kühler Waſſerſtrahl auf den Kopf gerichtet, ſchafft bei Schwindel faſt augenblickliche Erleichterung. Magere Düäät, ſowie Gaben von Ricinusöl oder 15 Gran Jalappa mit einem Gran Kalomel beſeitigen dieſe oft beunruhigenden Erſcheinungen. Bei Nichtbeachtung der Krankheitsurſachen, oder infolge heftiger Auf⸗ regung oder körperlicher Überanſtrengung, wie Schrecken, Kampf mit einem Nebenbuhler, bei den aſiatiſchen Hühnerraſſen auch beim Eierlegen, erfolgt durch den plötzlichen Blutandrang oft augenblicklicher Tod durch Schlagfluß; häufig iſt auch da allzu reichliche Ernährung allein ſchuld, und es iſt dann dringend geboten, auf das übrige Geflügel ſtrenge Acht zu geben, leicht verdauliches Futter zu reichen, die Diät herabzuſetzen, um ſich vor weiteren Verluſten zu bewahren. In manchen Fällen bringt ein rechtzeitiger Aderlaß, unter dem rechten Flügel angebracht, Hilfe, wo dann nach wiedererlangtem Bewußtſein der Blutfluß gehemmt und durch irgend ein Mittel eine freiwillige Blutung verhindert wird; über⸗ haupt muß man bei allen dieſen Operationen darauf achten, daß das Geflügel nicht ſelbſt die Wunden durch Aufpicken öffne und ſich da⸗ ran verblute.

Unter Darre oder Schwär verſteht man eine Krankheit der Verdauungsorgane, die ſich in der mangelhaften Fettabſonderung äußert, infolge welcher dann die am Rücken befindliche Fettdrüſe ſich entzündet und verhärtet, häufig in Eiterung übergeht und meiſt die Abzehrung zur Folge hat, die mit dem unvermeidlichen Tode ſchließt. Die Tiere preſſen im geſunden Zuſtande aus dieſer Fettdrüſe durch Drücken mit dem Schnabel einige Fettteile heraus, welche dann, zum Putzen und Beſtreichen des Gefieders verwendet, das glänzende, friſche Ausſehen eines geſunden Tieres bewirken. Die kranken Tiere ſehen ſtruppig aus, ſitzen traurig herum, magern trotz der Freßluſt ab und gehen, wenn nicht Hilfe gebracht wird, zu Grunde. Zu ſtark nährendes Futter, ohne Beigaben von Grünem, Mangel an Bewegung, Unreinlichkeit dürften die Urſache der Darre oder Darrſucht ſein. Die wirkſamſte Hilfe iſt