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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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36 Zweiter Abſchnitt. Hühnerzucht.

an vielen Orten durch Kreuzungen verändert oder durch Einführung ausländiſcher Raſſen verdrängt worden. Aber ſelbſt da, wo es noch

rein vorhanden iſt, hat es nicht überall denſelben gleichen Typus. Im

allgemeinen iſt es von höchſtens mittlerer Größe, wenn man es mit den aſiatiſchen großen Hühnern vergleicht, hat kräftigen breiten Körper, mittellangen Hals, verhältnismäßig langen Schwanz, mittelhohe kräftige, meiſtens graue Läufe mit 4 Zehen und entweder einfachen eingezackten Stehkamm oder Roſenkamm; erſterer iſt beim Hahne nicht ſehr hoch, bei der Henne klein oder auch länger, in welchem Falle er ſich umlegt und nach dem Schnabel zu vornüber fällt. Die Bartlappen ſind nicht lang. Die Färbung iſt verſchieden, jedoch herrſcht beim Hahne die ſchwarze mit in der Regel gelbem Hals⸗ und braunrotem Sattelbehange, ſeltener mit hellgrauem Behange vor. Die Hennen ſind meiſtens dunkelgrau oder rebhuhnfarbig, aber auch anders gefärbt. Das Fleiſch dieſer Hühner iſt weiß, die Haut weiß und zart; das geringe Körper⸗ gewicht macht ſie trotzdem zur Fleiſcherzeugung nicht geeignet. Die Eier werden reichlich abgelegt, ſind aber ihrer Kleinheit wegen nicht imſtande, den dickeren Eiern der italieniſchen Hühner gegenüber den Markt zu behaupten. Unſer Landhuhn eignet ſich daher nicht zur Zucht behufs Eier⸗ und Fleiſcherzeugung. Das iſt ſehr zu bedauern, da wir es bei dieſem Huhne mit einer ſehr anſprechenden Erſcheinung von munterem Charakter und intelligentem Ausdrucke zu thun haben, und da dieſes hübſche Huhn noch die unbezahlbaren guten Eigen⸗ ſchaften beſitzt, abgehärtet gegen klimatiſche Einflüſſe und ſehr fleißig im Futterſuchen zu ſein. Beſonders dieſe beiden letzten Eigenſchaften ſind es, welche das Landhuhn als Unterlage einer Kreuzung mit Hähnen brauchbarer Nutzhuhnraſſen beſonders empfehlen.

In einigen Gegenden Deutſchlands haben ſich beſondere Farben⸗ ſchläge mit der Zeit herausgebildet. Einer der anmutigſten iſt das Campiner⸗ oder Totleger⸗Huhn, welches im nordöſtlichen Belgien, Holland, Friesland und Weſtfalen zu Hauſe iſt. Man nennt dieſe Hühner auch Oſtfrieſiſche Möven. Der eingezackte Stehkamm des Hahnes iſt ziemlich hoch; bei der Henne neigt er ſich nach einer Seite über. Das Gefieder iſt ſchwarz quer geſprenkelt auf weißem oder gelbem Grunde, der Halsbehang bei beiden Geſchlechtern weiß oder gelb, der Schwanz bei der Henne ſo geſprenkelt wie die Deckfedern, beim Hahne ſchwarz mit grünem Glanze.— Ein zweites ſchön ge⸗ zeichnetes Landhuhn iſt das Lakenfelder. Hahn und Henne ſind weiß mit ſchwarzen Kopf⸗, Hals⸗ und Schwanzfedern und ebenſo ge⸗ färbtem Sattel⸗ und Schwanzbehang. Der Hahn trägt einen mäßig hohen eingezackten Stehkamm, der der Henne iſt kleiner und ſeitwärts umgelegt.— Wie im Nordweſten Deutſchlands, giebt es auch in Böhmen ein ziemlich häufig vorkommendes Landhuhn beſonderer Färbung, das Böhmiſche Landhuhn. Seine Grundfarbe iſt weiß; dieſe Färbung zeigen auch Kopf und Hals; die übrigen Federn ſind grau quer ge⸗ ſtrichelt oder auch grau beperlt, weshalb es auch Mohnſperber ge⸗ nannt wird. Der Kamm iſt ein einfacher eingezackter Stehkamm.—

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