Landhuhnraſſen. 35
dunkelbraun gezeichnete Federn über. Die ſichelförmigen Oberſchwanzdeck⸗ federn ſind glänzend purpurrot, die übrigen glänzend ſchwarz, das übrige Gefieder iſt oben und unten ſchwärzlichgrau, die Iris iſt leicht braungelb, der Schnabel gelblich hornfarbig, der Kopfſchmuck rot, die Füße lichtgelb.
Die Henne iſt braungeſcheckt, unten ſchwärzlichbraun, die Federn oben mit breitem, lichtem, weißlichem Centrum, unten an den Schwanz⸗ deckfedern dunkelbraun. Der Scheitel und Nacken iſt rötlichbraun, an der Kehle etwas lichter, der Schwanz ſchwarzbraun mit braunen Rändern, die Schwingen dunkelbraun und braun gefleckt.
Die Heimat dieſer Hühnerart iſt ganz Oſtindien. Die Hähne zeichnen ſich durch ein eigentümliches Krähen aus; dieſelben ſind ſehr ſchwer zähmbar.
Weniger wichtig ſind die meiſt auf Ceylon vorkommende Art der Wildhühner, das Stanleyhuhn und das auf den Sundainſeln heimiſche Gabel- oder Zwerghuhn, von welchen bis jetzt nur ſehr wenige Exemplare nach Europa gelangten.
Von welcher dieſer Wildhühnerarten unſer Haushuhn abſtammt, iſt nicht entſchieden. Man neigt im allgemeinen dazu, das Bankiva⸗ huhn als Stammart anzuſehen; einige betrachten als ſolche das Sonneratshuhn; noch andere ſind, geſtützt auf die ſehr große Anzahl und die auffallende Verſchiedenheit der Raſſen des Haushuhns, der Anſicht, daß dieſes nicht von einer einzigen der Wildhuhnarten ab⸗ ſtamme, ſondern daß mehrere derſelben zur Bildung der verſchiedenen Haushuhnraſſen beigetragen hätten. Letzteres ſcheint allerdings ſehr wahrſcheinlich, da die Verſchiedenheit einiger Hühnerraſſen ſo auffallend und groß iſt, daß es kaum möglich erſcheint, daß Klima, Bodenbe⸗ ſchaffenheit und Nahrung, obgleich ſie ſeit Jahrtauſenden ihren Einfluß ausgeübt, ſie hervorgerufen haben könnten. Allerdings kommt noch in Betracht, daß außer dieſen Einflüſſen auch Kreuzung und Zuchtwahl das Ihrige zur Schaffung der Verſchiedenheiten der Raſſen beigetragen haben müſſen; aber ſelbſt dieſe Urſachen können im Verein mit den erſtgenannten ſchwerlich, z. B. aus dem Malayentypus, den man für den urſprünglichen hält, den des gemeinen Landhuhns, wie ihn unter anderen das oſtfrieſiſche Landhuhn repräſentiert, hervorgebracht haben.
Die verſchiedenen Haushühner unterſcheiden ſich durch Körper, Form und Größe, Haltung, Kammform, Haubenbildung, Beſchaffenheit und Färbung des Gefieders und der Läufe und Anzahl der Zehen. Hiernach zerfallen die Haushühner in verſchiedene Gruppen, die wieder in Raſſen und Farbenſchläge ſich theilen.
2. Haushuhnraſſen. I. Gruppe. Landhuhn und durch Kreuzung aus dem Landhuhne entſtandene Schläge. Das Landhuhn, d. h. das Huhn, welches bis vor 100 bis 50 Jahren faſt allein den Beſtand unſerer Geflügelhöfe bildete, iſt heute
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