Print 
Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Place and Date of Creation
Page
34
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

*

Zweiter Abſchnitt. Hühnerzucht.

(0

Der Leib iſt kräftig, die Flügel kurz und ſtark gerundet, der Schwanz mittellang, wenig abgeſtumpft und dachförmig, da die 14 Federn, welche ihn bilden, in zwei einander berührenden Ebenen gegen einander ſtehen, der Schnabel iſt mittelmäßig lang, ſtark, ſein Oberkiefer gewölbt und gegen die Spitze herabgebogen, der Fuß ziemlich hoch und beſpornt. Auf dem Kopfe erhebt ſich ein fleiſchiger Kamm; vom Unterſchnabel fallen ſchlaffe, fleiſchige Hautlappen herab. Die Wangengegend iſt nackt, das Gefieder bekleidet in reicher Fülle den Leib; die Bürzel⸗

oder Oberſchwanzdeckfedern verlängern ſich, überdecken die eigentlichen

Steuerfedern und fallen, ſichelförmig ſich krümmend, über ſie und den Hinterleib herab. Eine prächtige und glänzende Färbung iſt Gemeingut der bekannten Arten. Von dieſen Hühnern giebt es verſchiedene Arten und Abarten. Die verbreitetſte Art iſt das in Oſtindien bis zum Himalaja und weiter öſtlich vorkommende Bankivahuhn. Nach Brehm's Beſchreibungſchimmern Kopf⸗, Hals⸗ und die langen her⸗ abfallenden Federn des Nackens goldgelb, die des Rückens ſind purpur⸗ braun, in der Mitte glänzend orangerot, gelbbraun geſäumt. Die herabhängenden Oberdeckfedern des Schwanzes ähneln in der Färbung denen des Kragens; die mittleren Flügeldeckfedern ſind lebhaft kaſtanien⸗ braun, die großen ſchillern ſchwarzgrün, die dunkler ſchwarzen Bruſt⸗ federn goldgrün, die Handſchwingen ſind dunkelſchwarzgrau, die Arm⸗ ſchwingen auf der Außenfahne roſtfarben, auf der inneren ſchwarz. Die Schwanzfedern ſind ſchwarz, die mittleren ſchillernd, die übrigen glanzlos. Das Auge iſt orangerot, der Kopfſchmuck rot, der Schnabel bräunlich, der Fuß ſchieferſchwarz. Die Henne iſt kleiner, mit mehr wagerecht ſtehendem Schwanze, Kamm und Fleiſchlappen ſind nur an⸗ gedeutet, die länglichen Halsfedern ſchwarz, weißlich geſäumt, die des Mantels braunſchwarz geſprenkelt, die der Unterteile iſabellenfarbig, Schwingen und Steuerfedern braunſchwarz.

Das Fleiſch wird nicht ſehr gerühmt, das des Körpers iſt dunkel, nur das der Schenkel iſt weißlich. Genauere Beobachtungen über das Leben fehlen, und die wenigen Exemplare, die nach Europa in die Tiergärten gebracht wurden, ließen bald eine Abſchwächung des urſprüng⸗ lichen Typus wahrnehmen.

Die ſehr ausgedehnten Gebiete ſeiner Verbreitung erzeugten auf natürlichem Wege durch die Einflüſſe des Klimas, der Nahrung und der Bodenbeſchaffenheit eine Anzahl Abarten: die bengaliſche im Norden Oſtindiens, die burmeſiſche im nordweſtlichen Teile Hinterindiens und die malayiſche, welche in Hinterindien, auf dem malayiſchen Archipel und den Sundainſeln vorkommt.

Eine andere weit verbreitete Wildhuhnart iſt das Sonnerats⸗ huhn, welches durch die eigentümliche Bildung der Federn ſeines Halskragens ausgezeichnet iſt. Scheitel und Nacken ſind beim Hahn mit ſchmalen, langen, ſchwärzlichgrauen, weiß geſchäfteten Federn bedeckt, deren jede zwei gelbliche Flecke beſitzt. Am Ende iſt jede Feder abge⸗ rundet; gegen die Flügel gehen dieſelben in länglich runde, glänzend