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32 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.
Ei vorhandenen Embryo zugeſchrieben werden kann. Daß der Ozon⸗ gehalt der Gewitterluft den Embryo im Ei töten ſollte, iſt zum mindeſten unwahrſcheinlich, da er wohl die Reſpirationsorgane angreifen könnte, der Embryo aber nicht durch die Luftwege atmet, ſolange er nicht voll⸗ ſtändig ausgebildet iſt. Wollten wir trotzdem einen verderblichen Ein⸗ fluß der Gewitterluft auf den Embryo annehmen, ſo müßte derſelbe ſich nicht nur auf die Brüteier unſeres Hausgeflügels erſtrecken, ſondern auch auf ſämtliche in der Bebrütung befindlichen Eier aller in Freiheit lebenden Vögel. In gewitterreichen Jahren wäre mithin die Fort⸗ pflanzung der letzteren ſehr gefährdet. Gewitterreiche Jahre müßten alſo unter anderen die Bruten der Rebhühner vernichten. Davon aber iſt den Jägern nichts bekannt. Ebenſo müßten, wenn die Elektricität die Urſache des Abſterbens der Embryonen ſein ſollte, dieſer Unfall nicht einzelne Neſter treffen, ſondern ſich auf alle erſtrecken, welche im Bereiche der Gewitterluft liegen; das aber iſt bis jetzt niemals konſtatiert worden. Es müſſen alſo der unbeſtreitbaren Thatſache, daß durch Gewitter einzelne Bruten getötet werden, andere Urſachen zu Grunde liegen. In dieſer Beziehung giebt ein Züchter im Journal„La revue avicole“ beachtenswerte Vorkommniſſe an:„Während der Bebrütung von Gänſeeiern wurden in der Nähe des Raumes, in welchem das Neſt lag, alte Baumſtämme gefällt und in Stücke gehauen und dieſe zuſammen aufgeſchichtet. Groß war unſer Erſtaunen, als am Ende der Brützeit keine Kücken ausliefen, obgleich die Eier normal bebrütet worden waren; keiner der Embryonen war lebend, obgleich alle Eier ſolche enthielten.“„Einige Zeit ſpäter wiederholte ſich dasſelbe in einem Hühnerneſte infolge der Erſchütterungen, welche durch das Schlagen einer neuen Tenne in der Nähe des Niſtortes enſtanden waren.“„öGleiches iſt mehreren unſerer Nachbarn begegnet, und alle Welt weiß in unſerer Gegend, daß der Mißerfolg beim Brüten von Erſchütterungen des Bodens herrührt, auf welchem das Neſt ſich be— findet.“„Ich bin geneigt zu glauben, daß die elektriſchen Entladungen und der Donner denſelben Effekt erzeuge.“ Dieſe Auffaſſung hat viel Wahrſcheinlichkeit für ſich. Man kennt die erſchütternde Wirkung ſchwerer naher Blitzſchläge auf unſere Behauſungen, in denen Thüren und Fenſter klirren. Befinden ſich nun Brütneſter auf künſtlichen Böden, nicht auf dem Erdboden ſelbſt, oder hängen dieſelben an den Wänden, ſo iſt ſehr wohl denkbar, daß ſich den Eiern im Neſte die durch den Luftdruck erzeugte, ſtark erſchütternde vibrierende Bewegung mitteilt und den Embryonen verderblich wird. So erklärt ſich auch das eingangs angeführte Brütergebnis auf natürlichem Wege, denn beim Einſchlagen des Blitzes in die Scheune muß die Erſchütterung des Brütofens an dem nur 1000 m entfernten Brütorte eine große geweſen ſein, und es iſt auch anzunehmen, daß dem einſchlagenden Blitze noch andere ſchwere Schläge vorangegangen oder gefolgt ſind. In demſelben Journal lenkt noch ein Züchter die Aufmerkſamkeit auf das Verhalten der Brüterinnen während ſchwerer Donnerſchläge:
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