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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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30 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.

fuhr bei der Ausbrütung von 500 Eiern anfangs ganz nach ſeiner Vorſchrift. Nach Verlauf einer Woche gab er es auf, die Feuchtigkeit zu erhalten, und brütete nur mit trockener Wärme. Die unterſuchten Eier enthielten bis zum 17. Tage lebende Junge, allein ſchließlich ſchlüpfte aus den 500 Eiern nicht ein Hühnchen aus. Bei einigen vernahm man ein ſchwaches Piepen; es war aber den Tierchen nicht möglich, die pergamentartige Umhüllungshaut zu durchbrechen, und ſie erſtickten. Bei der Bebrütung wurde ſonſt mit peinlicher Sorgfalt die richtige Temperatur erhalten, und nur der Mangel an Feuchtigkeit ver⸗ ſchuldete den Mißerſolg.

Dem Wenden der Eier iſt im Brütapparate große Aufmerkſam⸗ keit zu widmen, obwohl manche Züchter dies gänzlich in Abrede ſtellen. Schon Plinius führt bei der Beſchreibung der alten ägyptiſchen Brüt⸗ öfen das Wenden der Eier an. Wright ſtellt die Unterſuchungen Wren's als maßgebend auf, welcher genaue Beobachtungen der Brüt⸗ hennen anſtellte und jedesmal die ſämtlichen Eier im Neſte in geän⸗ derter Lage fand. Wahrſcheinlich geſchieht es, um ihnen friſche Luft zuzuführen und ſie von allen Seiten zu bebrüten. Zur Erhöhung der Sicherheit des Erfolges muß es aber jedenfalls beim künſtlichen Brüten ebenfalls geſchehen; wäre es überflüſſig, ſo würden die Tiere im freien Zuſtande dieſe Operation nicht vornehmen.

Häufig wird die Frage aufgeworfen, welches der beſte, empfeh⸗ lenswerteſte Brutapparat ſei. Alle angeführten und nicht angeführten Inkubatoren ſind leider nicht vollkommen; ſelbſt die ſorgfältigſte Beob⸗ achtung kann nicht verhindern, daß Temperaturſchwankungen vor⸗ kommen, und es genügt ein kleines Verſehen, um die durch wochen⸗ lange Arbeit und Aufmerkſamkeit erzielte Brut in einem Augenblick zu zerſtören. Selbſt in den mit den beſten Selbſtregulatoren verſehenen Apparaten fand Wren in einer Nacht an dem Maximalthermometer einen Unterſchied von 6 Grad. Anderſeits können mit den primitivſten Apparaten und Einrichtungen glänzende Reſultate erzielt werden, wie die Agypter und Chineſen durch ihre Brütöfen im großen beweiſen, und ſo kann jeder Apparat bei fortwährend geübter Aufſicht günſtige Erfolge liefern. Aber je weniger Aufſicht erforderlich iſt, deſto weniger Irrtümer kommen vor. Die Regulierung der die Wärme erzeugenden Lampen iſt immer mit Schwierigkeiten verbunden, erfordert die größte Aufmerkſamkeit und häufige Kontrolle. Am einfachſten läßt ſich die Wärme bei den Brütapparaten von Roullier⸗Arnoult regulieren durch Zugießen einer beſtimmten Menge heißen Waſſers zweimal am Tage, morgens und abends. Dieſe Brütmaſchinen ſind daher prak⸗ tiſch und da empfehlenswert, wo häufige Kontrolle nicht ſtets durch⸗ geführt werden kann.

Zwiſchen künſtlich und natürlich bebrüteten Eiern beſteht hin⸗ ſichtlich des äußeren Anſehens ein bedeutender Unterſchied. Die unter den Brüterinnen gelegenen Eier nehmen einen fettigen, gleichſam po⸗ lierten Anſtrich an, über deſſen Urſprung die Meinungen geteilt ſind,