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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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26 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.

eingerichtet iſt. Thermometer im Innern, ſowie in dem umgebenden Waſſer zeigen die genaue Temperatur an. Luftröhren bewirken die nötige Ventilation, und eigene Röhrchen befördern die Feuchtigkeit aus dem Waſſerkaſten in den Brutraum. Die Wärmeguelle iſt eine Petro⸗ leumlampe oder Gasflamme. Bei Beginn der Thätigkeit wird der Apparat mit kochendem Waſſer angefüllt und die Flamme erſt dann angezündet, wenu das Waſſer eine Temperatur von 35° R. erreicht. In jenem Moment werden auch die Eier eingelegt. Fortwährende auf⸗ merkſame Beaufſichtigung iſt erforderlich; trotz der empfehlenden Ein⸗ fachheit haften dieſem Apparate vielfache Mängel an.

In England konſtruierte Oberſt Stuart Wortley einen Brüt⸗ apparat; die Wärmequelle beſorgt hier immerwährend kochendes Waſſer von 100⁰°C., welches er durch Röhren in dem Brütraume cirkulieren läßt; die Temperatur wird durch weiteres oder kürzeres Hineinſchieben der Röhren reguliert. Der große Vorteil dieſer Brütmaſchine beruht in der konſtant bleibenden Wärmequelle, und es fehlt nur ein ſelbſt thätiger Regulator, um dieſer Einrichtung eine Zukunft zu verheißen.

Wright rühmt in ſeinem Book of poultry den Brütapparat von Halſted. Als beſonderes Kennzeichen tritt hier das erſte Mal eine Schichte kalten Waſſers auf, worauf die Brüteier in eine zweite Abteilung gelegt werden. Darüber befindet ſich die Warmkammer, welche die Bebrütung von oben bewirkt. Eine ſehr intereſſante Vor⸗ kehrung zur Selbſtregulierung der Temperatur löſt das Problem, an welchem die früher erwähnten Inkubators geſcheitert ſind. Zwei Röhren, mit Alkohol und Queckſilber gefüllt, bewirken, ſobald die Temperatur über einen beſtimmten Punkt ſteigt, durch ihre Ausdehnung, vermöge einer ſinnreichen Hebelvorrichtung, eine Verringerung der Flamme, indem der Docht herabgedrückt wird; infolgedeſſen fällt die Temperatur auf die gewünſchte Höhe. Der Boden im Brütraume beſteht aus Zink⸗ oder galvaniſierten Eiſenſtreifen; dieſelben haben die Form eines um gekehrten V, etwa wie In den Zwiſchenräumen cirkuliert das kalte Waſſer. Über dieſe Streifen oder Rippen wird eine leichte Wolldecke gebreitet, die entweder in jeden oder in jeden zweiten Zwiſchen⸗ raum ſo eingreift, daß das Waſſer darin 1 cm hoch ſteht und vermöge

der Kapillarität das ganze Wollgewebe befeuchtet wird; dadurch er⸗

halten die Brüteier, welche darüber gelegt werden, jederzeit die nötige Feuchtigkeit. Die Luftcirkulation iſt durch in der Seitenwand oberhalb der Kaltwaſſerſchichten angebrachte Löcher ermöglicht. Auch das Thermo⸗ meter iſt abweichend von dem gewöhnlichen, indem es nur die 3 Grade 95, 100 und 1050 F. zeigt. Dieſe etwas komplizierte, im ganzen aber ſehr ſinnreiche Brütmaſchine ſoll glänzende Erfolge erzielt haben.

Bei der internationalen Geflügelausſtellung in Wien(1880) er⸗ regte ein von Eugen Bielz vorgeführter Brütapparat bei den Fach⸗ männern Aufmerkſamkeit. Mittelſt einer Petroleumlampe wird Waſſer konſtant erwärmt und durch eine Röhre über eine oberhalb der Brüteier befindliche Glasplatte geleitet, um die im natürlichen Brütprozeſſe vor⸗