Das künſtliche Ausbrüten. 25
durch ſehr genaue Abbildungen und hauptſächlich durch eigene An⸗ ſchauung ermöglicht wird. Es genügt eine kurze Anführung der be⸗ kannteſten Arten.
Bei Cantelos Inkubator beruht die Einrichtung im weſentlichen darauf, daß ein warmer Luftſtrom über ein durch Guttapercha luft⸗ und waſſerdicht gemachtes Tuch geleitet wird, unter welchem die zu bebrütenden Eier liegen. Die Wärmezufuhr beſorgen Röhren, 15 cm über dem Boden, in denen das heiße Waſſer läuft, welches ſchließlich in den Waſſerkeſſel zurückkehrt. Hier wird durch eine Lampe die Tem⸗ peratur auf 43⁰ C. erhalten. Die Eier liegen in einer Schublade auf einer Lage Flanell, ſo daß die Luftcirkulation ungeſtört iſt; friſche Luft tritt infolge der Niederſtellung der Schubladeſeiten frei herein. Unter der Schublade befindet ſich ein Brett, das, beliebig zum Auf⸗ und Niederſchrauben eingerichtet, den wachſenden Küchlein als Aufenthaltsort dient. Über den Wärmeröhren befindet ſich ein kleiner Raum zum Trocknen der eben ausgeſchlüpften Tierchen. Der urſprüngliche Apparat erfuhr mehrfache Verbeſſerungen, beſonders von Draudt in Wien, und wird noch angewendet.
Vallés Brütapparat beſteht aus drei Holzabteilungen. In die mittleren Brütkaſten werden die Eier eingelegt, die obere Abteilung dient als Trockenplatz der Küchlein, während in dem dritten Raume der Fütterungsplatz derſelben ſich befindet, für ſo lange, bis die junge Brut ohne Nachteil ins Freie verſetzt werden kann. In einem Keſſel wird durch zwei Lampen das Waſſer auf 50⁰° C. erwärmt und in mehreren Röhren durch den Brutraum geleitet. Da in der Mitte des⸗ ſelben die größte Wärmekonzentration ſtattfindet, ſo dürfen die Eier nur an den Seiten aufgelegt werden; dieſelben liegen auf einer Heu⸗ unterlage; zwei Thermometer bezeichnen die Temperatur im Waſſerkeſſel und im Innern des Brütraumes, die durch Abdrehen einer Lampe beliebig reguliert werden kann. Die beiden Lampen ſind im Jünern angebracht, und ein Rauchfang befördert die Verbrennung; durch deſſen Abnahme kann die Temperatur erhöht werden.
Die beiden beſchriebenen Apparate erfordern eine ununterbrochene Aufmerkſamkeit, um ſtets die enforderliche Temperatur aufrecht zu er⸗ halten, entſprechen daher durchaus nicht den Anforderungen der Praxis in der Jetztzeit.
Oefele konſtruierte für kleinere Gelege einen Warmkaſten, worin durch eine Art von Wärmflaſchen die nötige Temperatur erzielt wird; derſelbe fand in der Praxis wenig Anwendung, obgleich er für manche Fälle des Brütprozeſſes von gutem Erfolge ſein könnte.
Baldamus führt den Brütapparat von Krantz an, mit deſſen Erfolgen er jedoch nicht zufrieden iſt; es fehlt die ausgiebige Luft⸗ cirkulation, infolgedeſſen erſticken die halbausgebrüteten Küchlein. Der Brütapparat beſteht aus 2 Zinkwaſſerkäſten, welche die 2 hölzernen Brütkäſten umgeben, deren jeder zur Aufnahme von 50 Stück Eiern


