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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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24 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.

bieten ſtrenge Verſchwiegenheit, ſo daß über das eigentliche Verfahren wenig mehr als Vermutungen bekannt ſind. Staunenswert iſt die Sicherheit, mit welcher die durch fortwährende Übung geſchärften Sinne dieſer Leute aus dem bloßen Gefühle ein brutfähiges von einem ſchlechten Ei zu unterſcheiden verſtehen. Ohne Thermometer, bloß durch die Empfindung, die man beinahe Inſtinkt nennen könnte, regeln ſie die Wärmegrade und erreichen günſtige Erfolge. Die Hühner Agyptens zeigen durchſchnittlich faſt keine Neigung zum Brüten, deshalb mag wohl die Notwendigkeit die alten Agypter, beſonders die Prieſter, in deren Händen dieſer Erwerbszweig lag, gelehrt haben, der Natur zu Hilfe zu kommen. Sie hatten ein Vorbild an dem Strauße, der auch ſeine Eier in dem heißen Wüſtenſande der Sonne zur Ausbrütung überläßt und nur ab und zu des Nachts ſeine Gelege bebrütet; ebenſo am Krokodil, an der Schildkröte und anderen Amphibien. Die Römer brachten die Einrichtung der künſtlichen Brütöfen nach Italien, allein hier fand dieſelbe kein Gedeihen und verfiel bald in Vergeſſenheit. Im Mittelalter machte man wiederholt gelungene Verſuche in Florenz, Neapel, ſpäter unter Franz I. in Amboiſe und Montrichart in Frankreich, allein die genaue Kenntnis des Verfahrens war verloren gegangen, und ſo ſchwand die ganze Sache aus der Erinnerung. Erſt mit Ende des vorigen Jahrhunderts brachte der franzöſiſche Gelehrte Réöaumur die Frage wieder in Anregung und ſtellte mit Erfolg gekrönte Verſuche über künſtliche Ausbrütung an. Er umgab die Eier in einer Holztonne mit Pferdedünger; die durch deſſen Zerſetzung erzeugte Wärme erwies ſich wirkſam, und es gelang ihm, auf dieſe Weiſe lebende Junge aus den Eiern zu erzielen.

Nachdem die bezüglichen Experimente wieder aufgenommen worden waren, wurde 1777 die erſte Brütmaſchine von Bonnemain aufgeſtellt; er nannte dieſelbe Eccaleobion und brachte viele damit erzielte Hühner auf den Pariſer Markt. Cantelo ſtellte ſodann das Prinzip auf, die Eier müßten auf künſtlichem Wege, dem Naturvorgange gemäß, von oben bebrütet werden, und ſeinem in einer Maſchine verwirklichten Prinzipe ſind dann auch faſt alle ſpäteren Konſtrukteure von Brütapparaten gefolgt. 1845 entwarf nach dieſen Prinzipien Vallé, Direkter des Geflügelhofes in Jardin des Plantes zu Paris, ſeinen Brütapparat, mit welchem er alle Arten von Eiern ausbrütete, ſogar ein Schild krötenei glücklich zum Ausſchlüpfen brachte, was ungemeines Aufſehen erregte.

Mannigfach verſchiedene Syſteme von Brütapparaten folgten auf die gelungenen Verſuche. Sie zerfallen in zwei Gruppen, nämlich in ſolche, welche die Wärmequelle mit dem eigentlichen Brütraume ver⸗ bunden haben, wie die meiſten älteren und engliſchen, und in ſolche, wo dieſelbe getrennt iſt, welche meiſt größere Räume beanſpruchen, wie der frühere Baumeyer'ſche und der von Oefele konſtruierte Brütapparat.

Auf die verſchiedenen Inkubationsſyſteme des näheren hier ein⸗ zugehen, würde zu weit führen, da ein deutliches Verſtändnis nur