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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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Neſtbildung und Brüten auf natürlichem Wege. 21

18. Tage iſt beinahe das ganze Ei durch den ausgebildeten Embryo angefüllt. Die Feder⸗, oder beſſer geſagt, die Daunenbekleidung wird immer deutlicher erkennbar, der Embryo macht die erſten Verſuche der Bewegung. Legt man in dieſer Periode der Bebrütung die Eier in lauwarmes Waſſer, ſo iſt an der zitternden Bewegung des ruhigen Waſſerſpiegels leicht das Leben und Bewegen des eingeſchloſſenen Embryo zu erkennen. Durch das Abdomen beginnt der Dotterſack in die Bauchhöhle zurückzutreten, und mit dem 19. oder 20. Tage erfolgt die Befreiung des gefangenen Küchleins.

Wie am 5. Tage der Bebrütung das Innere des befruchteten Eies beſchaffen iſt, zeigt Fig. 1, wie am 7. Tage Fig. 2, wenn man das Ei mit der Hand, vom Daumen und Zeigefinger ſeinem größten Umfange nach umſchloſſen und, ſoweit dieſe es nicht völlig umfaßt haben, mit der andern Hand bedeckt, das ſpitze Ende nach unten ge⸗ kehrt, in dunklem Raum zwiſchen das Auge und ein hell leuchtendes Licht hält. Erſcheint bei dieſem Verfahren das Ei hell und ungetrübt, ſo iſt es nicht befruchtet. Nun können aber auch Eier, die ſich bei

Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. Fig. 4. Fig. 14. Inneres eines befruchteten Eies.

dieſer Beſichtigung als befruchtet erweiſen, zur weiteren Entwickelung des entſtandenen Embryo unbrauchbar ſein: das Innere ſolcher Eier hat am 5. bis 7. Tage der Bebrütung das Ausſehen wie Fig. 3 es zeigt. Bietet ſich dasſelbe dem Auge wie in Fig. 4 dargeſtellt, ſo enthält das Ei zwei Dotter; die aus ihnen entwickelten Embryo ſterben ſtets nach einiger Zeit ab.

Die Befreiung des ausgebildeten Küchleins vollzieht ſich in folgender Weiſe:

Die Natur verſieht es zu dieſem Zwecke mit einem hornartigen Fortſatz an der Schnabelſpitze, der nach zwei Tagen nach dem Ausſchlüpfen wieder abfällt. Trotz des geringen zu Gebote ſtehenden Raumes verſucht das Küchlein durch wiederholtes Picken die Kalkhülle zu durchbrechen. Dieſe iſt durch die lange Bebrütung mürb geworden und giebt endlich den An⸗ ſtrengungen nach. Es entſteht meiſt ein ſternförmiger Bruch oder Sprung, und die erſte freie Luft ſtrömt dem Tierchen zu, das nunmehr erſt zu atmen beginnt. Nach kurzer Zeit wird die Arbeit erneuert; der Sprung erweitert ſich, ſetzt ſich halbkreisförmig durch eine Drehung des Körpers fort; durch abwechſelndes Drehen und Picken wird, unterſtützt