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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
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20 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.

Im allgemeinen iſt für das Brütgeſchäft ein ruhiger, abgeſonderter Raum erforderlich, worin die Brüterin weder von dem übrigen Geflügel, noch durch Beſuche von Menſchen, Hunden, Katzen, Ratten ꝛc. beun⸗ ruhigt werden kann. Reinlichkeit iſt hier ebenſo Hauptbedingung, wie bei jeder andern Tierwohnung. Halbdunkel, gemäßigte Temperatur (14 16° C.), die im Winter oder zeitigen Frühjahre womöglich konſtant erhalten werden ſoll, friſche Luft, durch gute Ventilation fort⸗ während erneuert, ſind Erforderniſſe, die erfüllt werden müſſen, um günſtige Erfolge zu erzielen. Reichliche Nahrung und friſches Waſſer, letzteres öfter im Tage gewechſelt, ſollen den Vogel während des Brütens bei Kraft und Geſundheit erhalten, um der oft gefährlichen Entkräftung und Abmagerung vorzubeugen, zumal da auch ſchwache Brüterinnen die ausgeſchlüpften Jungen nicht ſo gut führen und verteidigen können, als in der Vollkraft der Geſundheit befindliche.

Eine große Anzahl von Unterſuchungen der bebrüteten Eier er⸗ möglicht ein Verfolgen des Brutreſultates von Stunde zu Stunde. Am genaueſten haben dieſe Beobachtungen bei den Hühnereiern ſtatt⸗ gefunden, und da nur geringe Abweichungen bezüglich der Dauer der Bebrütung bei dem übrigen Geflügel vorkommen, ſo mag ein Verfolgen des Brütprozeſſes der Hühnereier das Bild für alle andern geben.

Nach Verlauf der erſten 24 Stunden der Bebrütung zeigt ſich im Hühnerei eine kennbare Veränderung. Auf der Dotterkugel ent⸗ ſtehen dunkelgefärbte Streifen, rings um den Keim bilden ſich dunkle Punkte, die bald die Form eines kleinen Hofes annehmen. Dieſe Punkte färben ſich nach und nach rot, vermehren ſich im Verlaufe der Bebrütung und vereinigen ſich zu kleinen Äderchen. Die erſten Spuren des Blutumlaufes erſcheinen, raſch entſteht die eine Hälfte des Herzens, die ſich dem Auge als rötliches Pünktchen im Dotter darſtellt. Am 2. Tage geſtaltet ſich eine weiße, gallertartige Maſſe länglich geſtreckt, und zeichnet in Umriſſen den künftigen Embryo. An den folgenden Tagen treten am vierten die Augen ſichtbar hervor; es bilden ſich die Gehirnblaſen, die Flügelanſätze; die Füße laſſen ſich erkennen, ebenſo der Oberſchnabel. Die zarten, noch verſchwommenen Bildungen ſind im ganzen mit einer feinen Haut, dem Amnion, umgeben, in welcher das Küchlein bis zu ſeinem Ausſchlüpfen ſteckt. Deutlicher erkennbar wird die Wirbelſäule. Am 5. Tage kommt die Leber hinzu; es bildet ſich das Rückenmark in zwei Anſätzen, welche der Wirbelſäule entlang laufen und ſchließlich ſich völlig vereinigen. Am 7. Tage beträgt die Größe des Embryo faſt 15 mm. Die Chorionshaut(membrana lucida) umgiebt alsdann das Innere des Eies faſt zur Hälfte, am 14. Tage umſchließt ſie es vollſtändig, die Augenlider ſchließen ſich zur Augen⸗ höhle, und deutlich beginnt der Dotterſack zuſammenzuſchrumpfen. Mit dem 16. Tage iſt meiſt das Eiweiß verſchwunden, das Köpſchen rückt unter den rechten Flügel. Die ſeit dem 9. Tage ſich entwickelnden Muskeln bilden ſich aus, die Krallen bekommen am 14. Tage den horn⸗ artigen Üüberzug, den Zehen entwachſen Nägel. Mit dem 17. und

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