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Pribyl's Geflügelzucht : unter besonderer Berücksichtigung der Eier- und Fleischerzeugung / Leo E. Pribyl
Entstehung
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18 Erſter Abſchnitt. Allgemeines vom Ei und dem Brüten.

welchem in der Einleitung die Rede war, zu erklären. Das Eiweiß findet bei der Kattundruckerei, der Photographie, der Luxuspapier⸗ erzeugung, in Goldleiſtenfabriken und in der Konditorei ausgedehnte Verwendung. Da hierdurch unſtreitig ein bedeutender Nahrungsverluſt ſtattfindet, ſo hat man ſchon längſt nach Erſatzmitteln geforſcht, aber bis jetzt ohne Erfolg. Auch das aus Tierblut künſtlich hergeſtellte Albumin entſpricht nicht vollſtändig den daran geknüpften Erwartungen. Auch der Eidotter wird techniſch verwendet, vorzugsweiſe zur Herſtellung des Glacéhandſchuhleders.

2. Allgemeines über das Brüten.

Um aus dem ſcheinbar lebloſen Ei ein lebendes Weſen hervor⸗

zurufen, iſt die Wirkung einer beſtimmten Wärmemenge gewiſſe Zeit hindurch nötig. Der Vorgang, in welchem dies geſchieht, heißt das Brüten; nach der Wärmegquelle, die dabei Verwendung findet, unter⸗ ſcheidet man eine natürliche Ausbrütung, wobei die animaliſche Wärme

der Vögel dieſen Prozeß hervorruft, und eine künſtliche, wobei durch thermiſche Mittel die Wärme des brütenden Vogels erſetzt wird. Der Erfolg und die innere Entwickelung im Ei ſind die gleichen, nur der Vorgang iſt ein verſchiedener.

Die Wärme, welche erforderlich iſt, um im Ei ein Lebeweſen hervorzubriugen und dieſes bis zum ausgebildeten Vögelchen zu ent⸗ wickeln, beträgt 37 40°C. Die Ausbildung des letzteren iſt aber nur dann von Erfolg, wenn dieſe Wärme dauernd ohne große Unterbrechung eine gewiſſe Zeit lang auf das Ei einwirkt. Dieſe Zeit, die Brutzeit, iſt je nach der Größe der Eier und der Wärme, welche die Brüterin zu entwickeln vermag, verſchieden lang, ſo daß für jede der Haus⸗ geflügelarten und für die Tauben eine beſtimmte andere Brutzeit ſich er⸗ giebt, deren Dauer zwiſchen 17 und 29 32 Tagen liegt.

A. Neſtbildung und Brüten auf natürlichem Wege.

Zur Sammlung ſeiner Eier bildet ſich das Weibchen ein mulden⸗ förmiges rundes Neſt, welches es auch zum Bebrüten ſeiner Eier benutzt, indem es dieſelben mit ſeinem Leibe und ſeinen Federn bedeckt.

Unſere ſämtlichen Hausgeflügelarten, die Tauben, wenn man auch ſie zum Hausgeflügel zählen will, ausgenommen, ſind Neſtflüchter, d. h. die Jungen ſchlüpfen mit Flaumkleid verſehen und ſehend aus den Eiern und vermögen bald nach ihrem Erſcheinen ſelbſt ihre Nahrung zu ſuchen und aufzupicken, wozu ſie das Neſt verlaſſen(aus demſelben flüchten). Soll das ohne Gefahr für ſie, da ſie nicht fliegen können, möglich ſein, ſo muß der Niſtort ſich auf ebener Erde befinden. So iſt es bei den eigentlichen Hühnern, zu denen unſer Haushuhn gehört, bei den Trut⸗ und Perl⸗Hühnern und bei den meiſten Enten⸗ und Gänſearten. Dagegen benutzen einige der letzteren, obgleich auch ihre

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