Das Ei als Nahrungsmittel. 17
Im Eiweiß, meiſt am Dotter, bemerkt man zuweilen Blutkügelchen, die wahrſcheinlich von zerriſſenen Blutgefäßen der Dotterkapſel her⸗ rühren. Manchmal findet man auch Kalkteilchen im Ei und ſelbſt andere Gegenſtände, die zufällig in den Eileiter gelangt ſind.
Die verſchiedenen Abweichungen in der äußeren Form der Eier haben immer nur äußere Einflüſſe, wie Druck auf das weichſchalige Ei, Preſſung beim Legen eꝛc. zur ÜUrſache. Dergleichen Eier ſind im Innern meiſtens ganz normal geſtaltet, ſogar brutfähig, obwohl geraten ſein dürfte, ſie nicht zur Brut zu verwenden. Eine ſelten vorkommende Erſcheinung ſind Eier mit doppelter Schale. Durch bis jetzt noch nicht aufgeklärte Erſcheinungen oder Einflüſſe kann es vorkommen, daß ein normal ausgebrütetes Ei nochmals in den Eileiter zurückgedrängt wird. Der dadurch bewirkte Reiz hat alsbald eine reichliche Ausſcheidung von Albumin zur Folge, das ſich darauf mit einer Kallſchicht umgiebt und ſolchergeſtalt als doppelwandiges Ei zum Legen kommt.
Das Gewicht der Eier ſchwankt nach den einzelnen Arten und Raſſen des Geflügels und überdies auch noch innerhalb derſelben bei den einzelnen Individuen. Die Eier der Gans ſind die größten, Taubeneier und jene der Zwerghühner die kleinſten der ver⸗ ſchiedenen Arten des Hausgeflügels. Bei den Hühnern gelten als klein die Eier, wenn 30— 35 auf 1 kg gehen; von mittleren wiegen 20 bis 24 und von den ſchwerſten 14—15 Stück 1 kg. Von Enteneiern gehen 16—18, von denjenigen der größeren Schläge 14 Stück, von Gänſeeiern 5—6 auf 1 kg. Der Unterſchied iſt demnach ſehr bedeu⸗ tend. Über Aufbewahrung, Konſervierung und Verſendung der Eier ſiehe ſpäter.
Das Ei als Nahrungsmittel und ſeine Verwendung in der Technik.
Es iſt wohl nicht erforderlich, die bekannte Thatſache, daß das Ei ein vortreffliches Nahrungsmittel iſt, näher zu begründen. Der Eiverbrauch zum Zwecke der Ernährung und infolgedeſſen in der Küche iſt ein ſo großer, daß unſere Hausfrauen und Köchinnen, und wir mit ihnen, in die größte Verlegenheit kommen würden, wenn eines Tages das Ei auf unſeren Märkten nicht mehr erſcheinen könnte. Und ſein Verbrauch nimmt infolge der ſehr bedeutenden Bevölkerungszunahme von Jahr zu Jahr zu, eine Thatſache, welche zu vermehrter Eier⸗ produktion auffordert. Freilich iſt es vorzugsweiſe nur das Hühnerei, das zu Ernährungszwecken in Betracht kommt, und in zweiter Linie das Entenei. Aber auch das Ei des Truthuhns hat einen recht an⸗ genehmen Geſchmack, und dasjenige Ei, welches in dieſer Beziehung alle anderen Geflügeleier übertrifft, iſt das des Perlhuhns, welches den Kiebitz⸗ und Möweneiern, die als Delikateſſe geſucht ſind, kaum nachſteht.
Aber auch die Technik verwendet eine Unſumme von Eiern, und nur hierdurch iſt die gewaltige Ausdehnung des Eierhandels, von
Pribyl, Geflügelzucht. 4. Auflage. 2


